WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

FDP-Vorsitzender Lindner warnt vor hohen Risiken bei Aufgabe der schwarzen Null

FDP-Chef Christian Lindner hat eine mögliche Abkehr von der Politik der schwarzen Null scharf zurückgewiesen. Die SPD hatte das Thema ins Spiel gebracht.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
FDP: Lindner warnt vor Risiken bei Aufgabe der schwarzen Null Quelle: Reuters

Berlin Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat Überlegungen in der SPD für eine Abkehr von der Politik der schwarzen Null scharf zurückgewiesen. Dies würde „die Rückkehr der Eurokrise in Europa“ riskieren, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Die schwarze Null in Deutschland hat eine hohe symbolische Wirkung.

Weit über unser Land hinaus ist sie ein Zeichen von Stabilität und der Disziplinierung der Politik in der Gegenwart im Interesse der Zukunft.“ Sollte Deutschland dahinter zurück fallen, wäre das ein Signal für alle anderen EU-Staaten, auch Schulden zu machen.

Zur Finanzierung von ehrgeizigen Klimaschutzzielen hatten in den vergangenen Tagen Kandidaten für den SPD-Parteivorsitz wie Karl Lauterbach und Michael Roth die Aufnahme neuer Schulden verlangt. Damit würde das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts aufgegeben.

Wer Matteo Salvini, dem Chef der rechten Lega und Innenminister in Italien, das Leben leichter machen wolle, der stellt in Deutschland die schwarze Null infrage, sagte Lindner. „Italien schrammt jetzt schon immer hart an der Überschuldung vorbei. Wenn sich das verschärft, hätte das unabsehbare Folgen.“ Dort würde man sich dann sagen: „Wenn selbst die Deutschen nicht mehr an Stabilität festhalten, warum sollen wir es dann tun?“

Mit Blick auf die Finanzsituation in Deutschland sagte der FDP-Chef: „Uns stehen jetzt harte Verteilungsdiskussionen bevor. Aufgrund der Politik der vergangenen Jahre werden die Spielräume eng.“ Die guten Zeiten seien nicht genutzt worden, um Reserven aufzubauen, sondern um neue Ansprüche zu schaffen, deren Finanzierung jetzt schwer werde.

Die unterschiedlichen Ziele wie Modernisierung des Landes, Klimaschutz oder soziale Absicherung kämen jetzt miteinander in Spannung, sagte Lindner. „Die einfachste Lösung ist wieder neue Schulden zu machen, weil man dann Prioritäten in der Gegenwart nicht klären muss, sondern alles auf die nächste Generation verschiebt. Nachhaltigkeit gilt aber nicht nur in ökologischer, sondern auch in fiskalischer Hinsicht.“

Mehr: Finanzminister Scholz plant, den Soli-Zuschlag etwas großzügiger abzubauen als geplant. Doch Union und FDP geht der Gesetzesentwurf nicht weit genug.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%