Finanzkrise Glos will Finanzaufsicht und Finanzregulierung prüfen

Im Vorfeld des Weltfinanzgipfels in den USA in der kommenden Woche fordert Bundeswirtschaftsminister Michael Glos strengere Regeln für Hedgefonds und den Aufbau einer europäischen Ratingagentur, „um der bisherigen Dominanz der Marktführer etwas entgegenzusetzen“.

Wirtschaftsminister Michael Quelle: rtr

Im Interview mit der Wirtschaftswoche sagt Glos: „Finanzaufsicht und Finanzregulierung müssen ebenso auf den Prüfstand wie die Überwachungsmechanismen durch internationale Gremien wie den Internationalen Währungsfonds (IWF) und das Basler Forum für Finanzstabilität (FSF). Eine gemeinsame Positionierung der europäischen Staats- und Regierungschefs ist dafür ganz wesentlich.“

Zunächst gehe darum, so Glos, „die internationale Zusammenarbeit zu verbessern“. Dabei könne an bestehende Strukturen angeknüpft werden. Glos: „Das halte ich in der gegenwärtigen Situation für rasch umsetzbar.“

Laut Glos hat die „US-Notenbank mit ihrer Geldschwemmenpolitik ab 2001 schwerwiegende Verwerfungen verursacht, deren Folgen wir heute zu tragen haben.“ Deshalb müssten sich die nationalen Zentralbanken bei Wahrung ihrer jeweiligen Verantwortung künftig besser aufeinander abstimmen.

Glos spricht sich in der WirtschaftsWoche aber dagegen aus, einzelne anlegerfreundliche Länder „an den Pranger zu stellen“ wie die Schweiz oder Lichtenstein. Stattdessen solle beispielsweise durch eine sinnvolle Erweiterung der EU-Zinsrichtlinie und eine Verbesserung des Informationsflusses innerhalb der OECD, Wettbewerbsverzerrungen auf diesem Gebiet vorgebeugt werden. Glos: „Wir arbeiten bereits daran.“

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