Flüchtlinge BDI-Chef Grillo fordert Mindestlohn auch für Flüchtlinge

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Ulrich Grillo, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), wehrt sich überraschend gegen Absenkungen des Mindestlohns für Flüchtlinge.

Symbolbild zum Thema Mindestlohn. Eine Hand mit Geld und dem Schild Kein Lohn unter 8,50 Euro pro Stunde Quelle: dpa

Grillo sagte der WirtschaftsWoche: „So wenig ich vom staatlich verordneten Mindestlohn halte, so sehr warne ich davor, Ausnahmen für Flüchtlinge zu schaffen. Denn dann könnte es ganz schnell heißen, dass der für einen Billiglohn arbeitende Syrer einem Beschäftigten die Arbeit wegnimmt. Das wäre kontraproduktiv für die Stimmung im Lande.“

Allerdings sollten Flüchtlinge schneller arbeiten können, fügte Grillo hinzu. „Ich denke an gemeinnützige Tätigkeiten und zum Beispiel an die Gastronomie, wo Personal gesucht wird und nicht jeder eine dreijährige Ausbildung braucht. Wir sollten auch überlegen, Flüchtlinge über das freiwillige soziale Jahr zu integrieren.“

Grillo fand lobende Worte für den Flüchtlingskurs von Angela Merkel. „Wie entschlossen die Kanzlerin in der Krise aufgetreten ist, hat mich wirklich beeindruckt“, sagte er. „Sie hat christliche Werte vorgelebt – und richtig gehandelt. Für Deutschland kann diese Krise zudem wirtschaftlich Positives bewirken. Die Flüchtlinge werden uns flexibler machen.“

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