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Flüchtlingskonten Bankverbindung in die Heimat

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Erster Schritt auf dem Weg in den Arbeitsmarkt

Bereits seit dem Frühjahr gibt es deshalb Gesetzesinitiativen für ein Basiskonto für jedermann, insbesondere auch für Menschen ohne festen Wohnsitz und Flüchtlinge. Die Bemühungen darum gehen auf eine EU-Vorgabe vom September 2014 zurück, wonach der Zugang zu einem Konto für Privatpersonen innerhalb der EU diskriminierungsfrei sein muss. Im Frühjahr 2016 will die Bundesregierung ein entsprechendes Gesetz durch den Bundestag bringen.

Angesichts der rasant steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland war jedoch eine Übergangslösung notwendig. Deshalb hat die Finanzaufsicht Bafin nun die Hürden für die Eröffnung eines Bankkontos weitgehend beseitigt. Die Behörde habe die Vorgaben für Dokumente gelockert, mit denen Flüchtlinge hierzulande ein Bankkonto eröffnen können, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ein Schreiben der Bafin an die Deutsche Kreditwirtschaft, die Dachorganisation der Bankenverbände.

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    Diese Länder beherbergen die meisten Flüchtlinge
    Platz 10: IrakFlüchtlinge: 246.300 Teil der Gesamtbevölkerung: 0,85  Prozent*   *Der Flüchtlingsanteil an der Gesamtbevölkerung in diesem und den folgenden Bildern entstammt eigenen Berechnungen. Quelle: AP
    Platz 9: USAFlüchtlinge: 263.600 Teil der Gesamtbevölkerung: 0,0008  Prozent Quelle: dpa
    Platz 8: ChinaFlüchtlinge: 301.000 Teil der Gesamtbevölkerung: 0,0002  Prozent Quelle: dpa
    Platz 7: ÄthiopienFlüchtlinge: 433.900 Teil der Gesamtbevölkerung: 0,45  Prozent Quelle: obs
    Platz 6: TschadFlüchtlinge: 434.500 Teil der Gesamtbevölkerung: 4 Prozent Quelle: dpa/dpaweb
    Platz 5: KeniaFlüchtlinge: 534.900 Teil der Gesamtbevölkerung: 1,4 Prozent Quelle: REUTERS
    Platz 4: TürkeiFlüchtlinge: 609.900 Teil der Gesamtbevölkerung: 0,8 Prozent Quelle: REUTERS

    Die Bafin hat demnach eine Reihe von Dokumenten deutscher Ausländerbehörden für akzeptabel erklärt, die nur noch Mindeststandards erfüllen. Dazu gehörten nach dpa-Informationen nun auch Duldungspapiere beziehungsweise „vorläufige Aufenthaltsgestattungen“, die nicht als Ausweisersatz erteilt wurden.

    Die Banken haben ihrerseits jedoch kaum Interesse an den neuen Kontoinhabern gezeigt. Schließlich handelt es sich um Guthabenkonten, an denen sie kaum etwas verdienen können. Zudem sei für jeden Neukunden eine Risikoanalyse erforderlich. Zumindest die Sparkassen hatten schon im Vorfeld einer Selbstverpflichtung zugestimmt, die Flüchtlingen einen vereinfachten Kontozugang einräumen sollte. Da in mehreren Fällen Kunden wegen unzureichender Ausweisdokumente abgelehnt wurden, musste die Bafin nun handeln. Von der unbürokratischen Regelung profitieren ebenfalls Obdachlose in Deutschland, die keinen Bankzugang erhalten haben, weil sie keinen Wohnsitz vorweisen konnten.

    Deutschland



    Für Flüchtlinge wie für Obdachlose bedeutet ein Konto jedoch einen gewaltigen Schritt auf dem Weg zu einer festen Bleibe und letztlich auch zum Arbeitsmarkt in Deutschland. Und das ist schließlich auch im Sinne der deutschen Steuerzahler.

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