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+++Flüchtlingskrise+++ Kompromiss zur Flüchtlingsverteilung steht

Die EU-Innenminister haben sich mit großer Mehrheit auf die Verteilung von 120.000 Flüchtlingen innerhalb Europas geeinigt. Die Entscheidung fiel gegen die Stimmen von vier EU-Ländern. Die Ereignisse im Überblick.

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Tausende Flüchtlinge erreichen Österreich
4./5. September, WienSie haben Tausende Kilometer hinter sich. In Ungarn schien Endstation. Doch nach Zusagen aus Österreich und Deutschland haben sich tausende Flüchtlinge auf dem Weg gemacht und am Samstagmorgen die österreichische Grenze erreicht. Die erschöpften Migranten wurden von den ungarischen Behörden mit Bussen zur Grenze gebracht, überquerten sie zu Fuß und wurden auf der österreichischen Seite von Helfern mit Wasser und Nahrungsmitteln empfangen. Nach Polizeiangaben kamen bis zum Morgen etwa 4000 Menschen an. Die Zahl könne sich aber im Laufe des Tages mehr als verdoppeln. Quelle: dpa
Ein Flüchtlingslager in Ungarn Quelle: REUTERS
Flüchtlinge in einem Zug im ungarischen Bicske Quelle: AP
Ein Flüchtling schaut aus einem Zug im Bahnhof Keleti in Budapest Quelle: dpa
3. September, Bodrum in der TürkeiFotos eines ertrunkenen Flüchtlingskindes haben in den sozialen Netzwerken große Betroffenheit ausgelöst. Eine an einem Strand im türkischen Bodrum entstandene Aufnahme zeigt den angespülten leblosen Körper des Jungen halb im Wasser liegend. Unter dem Hashtag „ #KiyiyaVuranInsanlik“ kursieren die Fotos auf Twitter. „Wenn dieses Bild die Welt nicht verändert, haben wir alle versagt“, schrieb eine Nutzerin. Der Junge gehörte einem Bericht der britischen Zeitung „The Guardian“ zufolge zu einer Gruppe von mindestens zwölf syrischen Flüchtlingen, die am Mittwoch vor der türkischen Küste ertrunken waren. Unseren Kommentar zum Thema, warum man das Bild nicht zeigen darf, finden Sie hier.
Flüchtlinge sind in Budapest am Bahnhof gestrandet Quelle: REUTERS
Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Quelle: dpa

+++18.45 Uhr+++

Der Beschluss der EU-Innenminister stellt nach Einschätzung des slowakischen Regierungschefs Robert Fico einen beispiellosen Vorgang in der EU-Geschichte dar. Solange er Ministerpräsident sei, würden verpflichtende Quoten zur Aufnahme von Migranten nicht in der Slowakei umgesetzt, sagt Fico. Die Länder, die die Quoten "unsinnigerweise" durchsetzten, hätten einen tiefen Graben gezogen.

+++18.25 Uhr+++

Der Beschluss der EU-Innenminister umfasst nach Angaben des deutschen Ressortchefs Thomas de Maiziere die Möglichkeit, 54.000 der 120.000 Flüchtlinge aus anderen EU-Staaten als Griechenland und Italien zu verteilen. Auch Deutschland könne demnach Flüchtlinge in andere EU-Staaten umverteilen. Die angedachte Option, dass Länder sich von der Aufnahme von Flüchtlingen freikaufen könnten, werde es nicht geben.

Was Flüchtlinge dürfen

+++17.27 Uhr+++

Die EU-Innenminister haben Diplomaten zufolge die Verteilung von 120.000 Flüchtlingen beschlossen. Damit haben die Ressortchefs überraschend eine Entscheidung getroffen, die nicht wie üblich im Konsens aller Staaten zustande kam, sondern lediglich mit qualifizierter Mehrheit. Ungarn, Rumänien, Tschechien und die Slowakei stimmten gegen den Kompromiss, berichteten Diplomaten. Details zu der Einigung blieben zunächst offen.

+++17.17 Uhr+++

Die wegen des Andrangs von Flüchtlingen angespannte Lage am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) ist zeitweise außer Kontrolle geraten. Flüchtlinge hätten Steine auf die Wachleute der eingesetzten Sicherheitsfirmen geworfen, berichteten Augenzeugen. Die Behörden-Mitarbeiter hätten sich ins Gebäude zurückgezogen. Etwa zwölf Mannschaftswagen der Polizei fuhren am Nachmittag auf das Gelände, wie andere Augenzeugen berichteten. Die Situation habe sich daraufhin wieder entspannt, sagte ein Polizeisprecher.

+++16.08 Uhr+++

Der Strom von Flüchtlingen ist aus Sicht des niederländischen Außenministers Bert Koenders nur zu stoppen, wenn der Krieg in Syrien beendet wird. „Es ist nicht nur eine Frage von Grenzkontrollen und Quoten“, sagte Koenders, der am Dienstag ein Flüchtlingslager im Libanon besuchte. „Wenn der Krieg in Syrien nicht endet, werden die Menschen weiter kommen.“

Die Europäische Union sollte mit der libanesischen Regierung und anderen Ländern der Region über eine Lösung sprechen, sagte er weiter. Die Niederlande haben 25 Millionen Euro zur Unterstützung der Flüchtlinge im Libanon zugesagt.

+++15.17 Uhr+++

An der Grenze zu Freilassing warten derzeit nach Angaben des österreichischen Bundeslandes Salzburg rund 700 Flüchtlinge auf die Einreise nach Deutschland. Am Salzburger Hauptbahnhof befinden sich etwa 600 bis 700 Flüchtlinge.

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