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Flughafen BER Das Trauerspiel geht weiter

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Nachträgliche Änderungen sorgen für Probleme

Ebenso düster ist die Lage offenbar bei den Sprinkleranlagen. Es müssen noch größere Rohre eingebaut werden. Wer weiß, wie niedrig die Zwischendecken sind, kann erahnen, dass das keine einfache Aufgabe ist. Weil der BER größer werden sollte als ursprünglich geplant, entschied man sich vor vielen Jahren, eine Zwischenetage einzuziehen. Die dünne Decke macht heute Probleme, weil in ihr die vielen Kilometer Kabeltrassen und Entrauchungsrohre untergebracht werden müssen. Noch größere Rohre für die Sprinkleranlage dürften zusätzliche Probleme schaffen. Auch die Baufirma Caverion musste sich erklären.

Die erneuten Probleme werfen kein gutes Licht auf die Unternehmen, die sich mitunter stolz als Marktführer in ihren Branchen präsentieren.

Hat der BER überhaupt noch eine Chance?

Zu Frage zwei: Wie steht es mit der Baukontrolle? Als im Herbst vergangenen Jahres der Flughafen zu einem Presserundgang einlud, war von den jetzigen Problemen nichts zu ahnen. Anwesende Journalisten berichten gar, dass zahlreiche Türen, die heute Probleme machen, mit einem Schild versehen waren: "Diese Tür ist fertiggestellt und in Betrieb!" Es gab also keine Anzeichen auf technische Probleme. Zudem versprühte der anwesende Technikchef Jörg Marks Optimismus.

Versprechen wurden nicht gehalten

Doch offenbar entglitt erneut die Kontrolle der Bauprozesse. Nach den vielen Verschiebungen in der Vergangenheit – und den damit einhergehenden Neuanfängen im Management – versprachen die Beteiligten, alles Mögliche zu tun, damit sich die Probleme nicht wiederholten. Doch die aktuellen Äußerungen der Betroffenen lassen erahnen, dass die Bemühungen offenbar nicht maximal waren.

Denn erneut gibt es das Versprechen, die Prozesse besser zu koordinieren. Natürlich befinde man sich mit den verantwortlichen Firmen in "sehr guten, kooperativen Gesprächen“, so Müller. Jede Tür müsse bis zu hundert verschiedene Funktionen erfüllen. Neun Handwerksbereiche seien beteiligt. Müller sagt: "Wir brauchen jetzt in der Schlussphase der Fertigstellung, in der wir sind, einfach eine noch engere Abstimmung und Koordinierung aller beteiligten Firmen."

Warum die Koordinierung erneut nicht geklappt hat? Das sind Fragen des Aufsichtsrats an das Management und auch an sich selbst. Ansonsten droht es noch peinlicher zu werden.

Hinter den Kulissen des BER

Fast fünf Jahre ist es her, da bewilligte der Aufsichtsrat dem damaligen BER-Management 20 Millionen Euro für eine pragmatische "Mensch-Maschine-Lösung". Der Flughäfen heuerte 700 Hilfskräfte an, die nach der geplanten Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens 2012 im Brandfall die Türen öffnen und schließen sollten. So peinlich, so wahr.

In seinem aktuellen Politikbrief "BER aktuell" erinnert Flughafen-Chef Mühlenfeld an die Einigung von damals. Das werde sich aber nicht wiederholen. "Die Situation ist heute allerdings eine andere“, schreibt Mühlenfeld. "Viele der Arbeiten im Terminal konnten wir mittlerweile erfolgreich abschließen."

Das klingt vielversprechend. Aber viel versprochen wurde schon viel.

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