Flughafen-Debakel Schwarz geht, doch die Probleme bleiben

Mit Rainer Schwarz hat der letzte Verbliebene unter den Baustellen-Verantwortlichen seinen Hut genommen. Nun ist die Sicht auf die politischen Entscheider im Aufsichtsrat frei. Für sie dürfte sich die Suche nach einem kompetenten Krisenmanager als eine gewaltige Herausforderung herausstellen. Es ist nicht mehr sicher, ob der Aufsichtsrat ihr überhaupt gewachsen ist.

 

Das Gelände des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER). Quelle: dpa

Seine Einladung – einige würden sagen: seine Vorladung – in den Haushaltsausschuss des Bundestages hatte Rainer Schwarz am Dienstag schon nicht mehr wahrgenommen. Vielleicht wusste er längst, dass seine Demission am Mittwoch beschlossene Sache war. Kein Grund also, sich noch einmal von den Parlamentariern in die Mangel nehmen zu lassen. Der Flughafen BER, Fluchhafen, Pannen-Airport, die wohl peinlichste Baustelle des Landes – ist jetzt nicht mehr sein Problem: Der Aufsichtsrat hat Schwarz entlassen.

Der Schritt hatte sich über Wochen angebahnt. Die Anteilseigner der Bundesregierung hatten den Geschäftsführer schon seit Wochen öffentlich unter Beschuss genommen und sein Management heftig kritisiert. Zuletzt hatten nur die Länder Berlin und Brandenburg an Schwarz festgehalten. Nach der jüngsten, der vierten Verschiebung des BER-Starts war er nun endgültig nicht mehr zu halten.

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Man sollte sich den Sachverhalt immer wieder in Ruhe vor Augen führen: Knapp vier Wochen vor der geplanten Eröffnung am 3. Juni 2012 wurde der Termin quasi über Nacht abgesagt; die Umzugs-Laster waren buchstäblich schon unterwegs. Heute steht fest: Der Flughafen wird selbst 2014 kaum noch eröffnen, so groß sind die Probleme mit der Brandschutzanlage, so fernab jedweder Planung wurde tatsächlich gebaut. Der Technikchef Horst Amann, danach als neuer Aufräumer geholt, spricht mittlerweile „eher von  2015“.

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Ein Offenbarungseid.Teilabriss des Terminals, Sanierung im Bestand, all das sind keine schlechten Scherze, sondern vielleicht schon bald Notwendigkeiten.

Von den einst Verantwortlichen für diese Katastrophe ist nun niemand mehr in Amt und Würden: Planer und Architekten wurden geschasst, der alte Technikchef samt einiger Getreuer ebenfalls, nun, als Schlusspunkt, auch noch Rainer Schwarz. Auf der operativen Ebene hat der Aufsichtsrat  tabula rasa gemacht.

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