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Fluthilfe-Fonds Hochwasser teurer als Aufbau Ost

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Hochwasserschutz verbessern

Angela Merkel und Fluthelfer Quelle: Getty Images

Deutschland muss sich in Zukunft auf weitere Schäden einstellen. Insgesamt hat sich die Zahl der Überschwemmungen in Zentraleuropa seit 1980 mehr als verdoppelt. Ursache sind die mitteleuropäischen Trog-Wetterlagen mit niedrigem Luftdruck. Von denen gibt es heute doppelt so viel pro Jahr wie in den Siebzigerjahren. Hinzu kommen Sturm, Hagel, extreme Trockenheit mit Dürre und Waldbränden. Die Schadensausschläge nehmen zu – auch weil die Menschen immer vermögender werden (siehe Grafik auf der ersten Seite).

Die Vorsorge wird daher immer wichtiger. „Ökonomisch sinnvoll wäre eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden“, heißt es in einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Derzeit seien etwa ein Drittel der mehr als elf Milliarden Euro Schäden versichert. „Das ist wenig und liegt vor allem an den fehlenden Anreizen“, heißt es beim DIW. „Der Staat springt in solchen Krisen meist in die Bresche.“ Das DIW schlägt eine Versicherungspflicht für Gebäude vor. Für bis zu 550 Euro pro Jahr wären sie gegen Schäden bei Naturereignissen geschützt.

Dadurch könnte verhindert werden, dass der Staat alle Kosten übernimmt. Er müsste vor allem den Hochwasserschutz optimieren. Es fehlen Polder-Flächen, die im Notfall Wassermassen aufnehmen und so die Lage entspannen. Die Politiker sind sich darüber zwar einig, aber noch immer verhindert Kleinstaaterei einen effizienten und integrierten Hochwasserschutz.

Deutschland



Zeitraubende Brunnenarbeiten

Auch Grimma konnte seine 2002 geplanten Maßnahmen nicht ganz fertigstellen. Einzelne Mauerteile stehen schon, doch zeitraubende Brunnenbauten haben den Bauabschluss verzögert. Die Fertigstellung dürfte noch ein paar Jahre dauern.

Drei Unternehmer der Kleinstadt wollten ihren beschädigten Betrieb daher gar nicht wieder aufmachen. Als Oberbürgermeister Berger davon hörte, besuchte er sie. Zwei überzeugte er zu bleiben, der Inhaber eines Eiscafés sei ein Wackelkandidat. Um auch ihn umzustimmen, startet Berger eine Plakatkampagne. Auf ihr werben ortsansässige Optiker, Tischler, Küchenhändler und Werbeagenturinhaber für ihr Grimma: „Wir bleiben hier!“

Im September ist Bundestagswahl – für die Opfer eine glückliche Fügung.

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