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Förderung von Behinderten Die Inklusion macht Fortschritte

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Viel hängt von den Schulleitern ab

Im Alltag ist das oft nicht einfach, etliche Hindernisse sind vorhanden: Die Eltern von behinderten Kindern haben Bedenken, ihr Kind könne vernachlässigt werden, in der Zahl der „Normalen“ untergehen. Damit das nicht passiert, müssen zusätzliche Lernmaterialien bereitgestellt werden. Diese kosten zusätzlich Geld, teilweise benötigt man zur Erstellung die Arbeit von Sonderschulpädagogen.

Die Vorteile für nicht-behinderte Kinder stehen für die meisten außer Frage. Der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen am Regierungspräsidium Karlsruhe, Alfred Schwager, meint: „Normale Schüler lernen den Umgang mit Personen, die anders sind. Diese Menschen bringen manchmal herausragende Leistungen.“ Das wäre in der Regel eine ungeheure Bereicherung.

„Barrieren in den Köpfen abschaffen“

Dennoch stehen auch viele Eltern nicht-behinderter Kinder der Inklusion kritisch gegenüber. Teilweise ist die Angst groß, dass die nicht behinderten Kinder unter dem verlangsamten Tempo zu leiden hätten. Auch in Adrians Klasse hatten viele Eltern bedenken: An einem Elternabend habe es eine erhitzte Debatte gegeben, erzählt seine Klassenlehrerin.

Joachim Frisch, der Leiter des Schulamtes in Karlsruhe, kann das bestätigen: „Wir müssen Barrieren in den Köpfen abschaffen. Momentan hängt dabei noch sehr viel von den einzelnen Schulleitern ab.“ Bislang ist die Inklusion im baden-württembergischen Schulgesetz nicht verankert. Diese Änderung soll kommen. Laut dem Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen in Baden-Württemberg, Gerd Weimer, würde die Gesetzesänderung noch vor dem Ende der Legislaturperiode kommen – die endet 2016.

Deutschland



Das ist die eigentliche Krux bei der Umsetzung der Inklusion. Denn die UN-Konvention ist eher ein Papiertiger, der nur Pro-Forma-Richtlinien vorgibt. Die tatsächliche Bildungshoheit liegt bei den Ländern – was übrigens auch die teils beträchtlichen Unterschiede im Fortschritt der Inklusion erklärt. Es ist, nach wie vor, Ländersache, ob und inwieweit die Inklusion umgesetzt wird. Der Schritt von Nordrhein-Westfahlen scheint dabei in die richtige Richtung zu gehen. Bleibt nur abzuwarten, ob die Landesregierung vollmundigen Formulierungen wie dem Vorhaben „ein breiter werdendes Angebot zu etablieren“, Taten folgen lässt.

Adrians Leistungen jedenfalls können sich sehen lassen. Die Zahlen von eins bis zehn und noch einige mehr beherrscht er jedenfalls sicher. Auf zwei Sprachen: Deutsch und Spanisch.

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