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Forschung und Entwicklung Fraunhofer-Präsident fordert Steueranreize für investierende Unternehmen

Deutschland wird es wohl nicht schaffen, im Jahr 2010 drei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Forschung und Entwicklung auszugeben, wie in der EU vereinbart. Das prognostiziert Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger.

Hans-Jörg Bullinger, Quelle: AP

„Schließlich muss die Wirtschaft zwei Drittel dieser Summe aufbringen. Die Unternehmen haben zwar ihre Ausgaben in diesem Bereich gesteigert, aber sie forschen ganz gewiss nicht, weil irgendwelche Politiker das so vereinbart haben.“ Bullinger fordert in der WirtschaftsWoche „dringend Steueranreize“ für Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren. Erste Überlegungen dazu gibt es bereits. „In der Forschungs-Union – einem Beratergremium des Ministeriums – lassen wir gerade prüfen, wie das aussehen könnte.“

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen haben Bullinger zufolge noch reichlich Verbesserungspotential bei Innovationen. Fakten für seine Einschätzung liefert die noch unveröffentlichte Studie „Improve“ der EU-Kommission, die von der Fraunhofer-Gesellschaft und A. T. Kearney federführend betreut wird und von der ausgewählte Ergebnisse der WirtschaftsWoche vorliegen.

Danach behalten deutsche Unternehmen im Schnitt nur fünf Prozent des Budgets für langfristige Innovationsvorhaben ein. EU-Wachstums-Champions, die schneller und profitabler wachsen als der Rest ihrer Branche, liegen bei mehr als zehn Prozent. Bullinger: „Da liegt einiges im Argen.“ Kleine und mittlere Unternehmen sind in Deutschland eher risikoavers und investieren weniger in die Zukunft.

Bullinger: „Sie bauen also nicht genügend Innovationspotenzial auf und verfolgen kein systematisches Innovationsmanagement.“ Laut Studie schafft öffentliche Förderung Anreize für risikoreiche und langfristige Innovationsaktivitäten. So setzten Unternehmen, die Fördergelder erhalten annähernd 15 Prozent ihres Budgets für langfristige Innovationsvorhaben ein, Firmen, die keine Förderung erhalten, weniger als vier Prozent. Deutsche Unternehmen erhielten vergleichsweise seltener öffentliche Fördermittel. Laut Improve bekamen weniger als 20 Prozent von ihnen innerhalb der letzten vier Jahre staatliche Gelder – der EU-Schnitt lag bei mehr als 35 Prozent.

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