Frauenquote Kurzfristiger Aktionismus verschlechtert Qualität von Aufsichtsräten

Exklusiv

Bei der Einführung einer Frauenquote könnte eine sofortige Umsetzung die Qualität der Arbeit von Aufsichtsräten negativ beeinflussen.

Männerbeine und Frauenbeine Quelle: dpa

„Es ist weder sinnvoll noch realistisch, erfahrene Aufsichtsräte abzuberufen, um sie durch weibliche Mitglieder zu ersetzen“, warnte Wirtschaftsprofessor Peter Ruhwedel von der FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Duisburg in der WirtschaftsWoche. „Ein geplanter Übergangsprozess ist besser als kurzfristiger Aktionismus.“ 

 Die kurzfristige Durchsetzung einer Frauenquote hätte für einige Kontrollgremien laut Ruhwedel dramatische Konsequenzen: Beim Autozulieferer Continental sitzt bislang nur eine Frau im 20 Köpfe zählenden Aufsichtsrat. Mit Quote müssten auf einen Schlag sechs Männer durch Frauen ersetzt werden. Beim Baustoffkonzern HeidelbergCement müssten drei Männer ausscheiden, obwohl das Potential geeigneter Frauen begrenzt ist.

Auch ohne Quote sei der Frauenanteil in Dax-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr von 19 auf 22 Prozent gestiegen, betont Ruhwedel: „Allein die Diskussion über die Einführung einer Frauenquote hat zu einem höheren Anteil weiblicher Mitglieder in den Kontrollgremien geführt.“ In den MDax-Unternehmen ist der Anteil ebenfalls bereits um drei Prozent von 14 auf 17 Prozent gestiegen.

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