Frequenzauktion Versteigerung bringt 5,1 Milliarden Euro ein

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann sich über zusätzliche Milliarden-Einnahmen aus der Versteigerung wichtiger Mobilfunkfrequenzen freuen: Der Bieterkampf spült 5,1 Milliarden Euro in die Kassen.

Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen Quelle: dpa/Montage

Wie die Bundesnetzagentur am Freitag nach einem drei Wochen langen Bietergefecht der Rivalen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt mitteilte, zahlen Telekom, Vodafone und Telefonica ("o2") zusammen 5,1 Milliarden Euro für die Frequenzen. Diese sind das Rückgrat der digitalen Wirtschaft des 21. Jahrhundert - ohne sie wären Smartphones und Tablet-Computer nutzlos. Das Ergebnis der Auktion ist überraschend hoch: Experten hatten mit maximal 4,5 Milliarden Euro gerechnet.

Der Ausgang des Wettbietens zementiert die Verhältnisse auf dem hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt für Jahrzehnte. Vodafone war in den letzten Jahren wegen eines löchrigen Netzes ins Hintertreffen geraten und musste deshalb mit 2,1 Milliarden Euro am tiefsten in die Tasche greifen. "Wir konnten nicht nur die meisten, sondern vor allem sehr wertvolle Frequenzen für uns sichern", sagte Firmenchef Jens Schulte-Bockum. Die Tochter des gleichnamigen britischen Mobilfunkriesen hatte besonders großen Bedarf an den für Datenübertragungen und Telefonate wichtigen Frequenzen bei 1800 Megahertz und trieb die Preise deshalb in die Höhe.

Zahlen und Fakten zum Mobilfunk-Markt

Marktführer Telekom zahlte auf der Auktion 1,8 Milliarden Euro, Telefonica 1,2 Milliarden Euro. Auch wenn letztere am wenigsten Geld springen ließ, ist der Konzern dank des Spektrums, das mit dem Kauf des Rivalen E-Plus dazukam, in einer komfortablen Position. Nach der Versteigerung kontrollieren die Münchner gut 270 Megahertz der wertvollen Mobilfunkfrequenzen, Vodafone 230 Megahertz und die Telekom nur 220 Megahertz. Der ehemalige Staatskonzern führt aber in Deutschland gemessen am Umsatz und wuchs voriges Jahr im Gegensatz zu den Konkurrenten um 1,8 Prozent. Telefonica stagnierte, Vodafone schrumpfte sogar.

Im Vergleich zu jüngsten ruinösen Auktionen in den USA seien die deutschen Mobilfunker glimpflich davon gekommen, sagte Telekom-Experte Antonios Drossos von der Unternehmensberatung Rewheel. Der gleiche Umfang an Frequenzen hätte in Amerika 34 Milliarden Euro gekostet. Unerreicht bleibt vorerst das Ergebnis der legendären UMTS-Auktion in Deutschland im Sommer 2000: Auf dem Höhepunkt des Internet-Hypes zur Jahrtausendwende boten die Mobilfunker 50 Milliarden Euro für neue Frequenzen.

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Bei der Auktion in einer alten Mainzer Kaserne ging es für die drei Netzbetreiber um alles oder nichts. Frequenzen sind ein sehr knappes Gut und deshalb teuer. Die Verteilung liegt in der Hand des Bundes, der die Nutzungsrechte in der Regel für etwa zwei Jahrzehnte vergibt und auch die Einnahmen einstreicht. Versteigert wurden neben bislang ungenutzten 1500 Megahertz-Frequenzen vor allem die sogenannten GSM-Bänder, auf denen seit Anfang der 90er Jahre mobil telefoniert wird. Die Lizenzen für diese 900- und 1800-Megahertz-Frequenzen laufen Ende 2016 aus. Einen Teil der Auktionserlöse, nämlich gut 1,3 Milliarden Euro, stecken Bund und Länder in den Breitbandausbau.

Umstritten ist die Doppelrolle der Telekom bei dem Verfahren: Die Rivalen fürchten nämlich, dass die Bonner als größter Festnetzanbieter das Gros der Fördermittel einstreichen und damit quasi einen Teil der Auktionsausgaben zurückerhalten. Die Mittel sollte deshalb nicht nur in den Ausbau des Festnetzes fließen, sondern auch zur Verbesserung des Breibandnetzes im Mobilfunk, sagte Jürgen Grützner vom Verband der Telekom-Konkurrenten VATM. Telefonica klagte bereits vor einiger Zeit gegen die geplante Verwendung der Gelder.

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