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Freytags-Frage

Sollen wir uns Olympische Spiele leisten?

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Die Olympiade wird teuer

Es ist zu erwarten, dass auch eine Sommerolympiade in Hamburg und Kiel (Lübeck, Rostock) sehr teuer wird. Und es stellt sich in der Tat die Frage, ob die Bürger in Kahla, Duisburg und Brandenburg mit ihren Steuergeldern teure Infrastruktur in Hamburg zahlen sollen, selbst wenn diese anschließend den Hamburger Bürgern von großem Nutzen sein sollte. Dies ist allerdings nicht durchgängig der Fall. Man muss nicht Athen zitieren, wo nahezu sämtliche Sportstätten der Olympiade 2004 verfallen. Auch in München werden die Sportanlagen kaum noch genutzt, immerhin ist das Olympische Dorf ein Studentenwohnheim geworden. Hamburg plant, das Dorf in die Wohnungsplanung mitaufzunehmen.  

Trotz aller Anstrengungen ist zu befürchten, dass auch Olympische Sommerspiele in Hamburg ein teures Vergnügen werden.

  • Schließlich bleibt die Umweltfrage. Wie viel Fläche wird versiegelt, wieviel neuer Verkehr initiiert? Was passiert anschließend? Beim Scheitern der Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 spielte dies eine wesentliche Rolle.

Wegen dieser drei Fragenkomplexe sind die Zweifel der Nolympia-Bewegung in Hamburg durchaus berechtigt. Und deshalb ist es angebracht, die Bevölkerung einzubeziehen in die Entscheidung (warum eigentlich nur die Hamburger Bevölkerung und nicht die Bürger Kahlas, Duisburgs und Brandenburgs?).

Vorher
Nachher
Luftbild: Matthias Friedel, Rendering: Gerkan, Marg und Partner Architekten

Keine leichte Entscheidung

Man darf natürlich nicht vergessen, dass es neben den Kosten (und Verlusten) auch Erträge (und Gewinne) geben kann, die man nicht in harter Währung und unmittelbar messen kann.

  • Die Stadt kann sich mit Hilfe der Investitionen zukunftsfest machen, Bausünden beseitigen und nachhaltige Strukturen schaffen.
  • So bliebe eventuell eine gute Infrastruktur (von der München noch heute profitiert), die vielleicht noch Jahrzehnte später für gesteigerten Tourismus sorgen könnte, der dann wieder auf andere Landesteile positiv  ausstrahlen könnte.
  • Nicht zuletzt kann es einen Imagegewinn geben. Dies hat Deutschland während und nach der Fußballweltmeisterschaft 2006 genauso erfahren wie Südafrika vier Jahre später oder die Olympiastadt London 2012. Auch die WM 2014 in Brasilien ist in guter Erinnerung, vom Ausgang ganz abgesehen.
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Deshalb ist die Entscheidung keine leichte. Es gibt viel zu gewinnen und viel zu verlieren. Umso wichtiger erscheint es, dass die Entscheidung transparent und unter Einbeziehung aller Betroffenen (direkt in Hamburg und anderswo) stattfindet. Eine robuste Kostenrechnung (anders als bei der Elbphilharmonie) ist nötig, und demokratische Gepflogenheiten sind einzuhalten.

Nicht zuletzt wegen dieser Anforderungen – so zumindest eine Vermutung – wurden sportliche Großereignisse in den vergangenen Jahren regelmäßig an autokratisch regierte Länder vergeben. Dort spielt weder Transparenz und Arbeitsrecht noch die Wirtschaftlichkeit oder Umweltschutz eine Rolle, wie sich in Sotschi und Katar zeigt. Demokratie ist dort ein eher abstraktes Konzept. Insofern kann man gespannt sein, wie sich zunächst die Hamburger Bewerber und später die Entscheider beim IOC verhalten: nachhaltig und bescheiden oder gierig und größenwahnsinnig?

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