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Freytags-Frage

Warum gibt es so viele Regionalflughäfen?

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Ökonomisch ineffizient und politisch unattraktiv

Das Argument der schnellen Anbindung der eigenen Region an die Welt macht also nur Sinn, wenn der Flughafen tatsächlich diese Verbindungen bietet. Dies ist nur selten der Fall. Damit reagieren die Betreiber auf eine sehr geringe Nachfrage. Dies kann vermutlich damit erklärt werden, dass in Deutschland die Straßen- und Bahninfrastruktur sehr gut ausgebaut ist. Ein Inlandsflug macht in den wenigsten Fällen Sinn. Wer aus Jena über Frankfurt in die Welt fliegen möchte, nimmt besser den Zug als Zubringer nach Frankfurt, als es über die Flughäfen in Leipzig oder Erfurt zu versuchen.

Diesen Flughäfen und Airlines gehört die Zukunft
Flughafen mit den meisten neuen Routen: 1. Platz – Istanbul AtatürkInsgesamt hat das Fachmagazin „Anna-Aero“ Flughäfen und Airlines aus Europa in jeweils vier verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Die Auszeichnungen basieren auf Datenauswertungen von Vergleichswochen im August 2013 und August 2014. Der türkische Flughafen am Bosporus schlägt knapp den „europäischen Hauptstadtflughafen“ in Brüssel. Innerhalb von einem Jahr hat der Airport 27 neue Strecken ins Programm genommen. Die neuen Routen verbinden Istanbul mit zwei Zielen des mittleren Ostens sowie dreizehn europäischen, sieben afrikanischen und einem amerikanischen. Quelle: Creaitve Commons: CC BY-SA 3.0
Neue Routen: 2. Platz – Brüssel AirportDen zweiten Platz in dieser Kategorie belegt der Flughafen in Brüssel mit 18 neuen Verbindungen, die überwiegend von den Billigfliegern Vueling und Ryanair angesteuert werden. Insgesamt ist das Streckennetz von 164 auf 182 Routen gewachsen. Quelle: IMAGO
Neue Langstreckenflüge, neue Airlines, meiste Linienfluggesellschaften: 1. Platz – Flughafen Charles de Gaulle, ParisDer größte Pariser Hauptstadtflughafen räumt gleich in drei Kategorien ab. So profiliert sich CDG nicht nur mit den meisten neuen Langstreckenflügen und der höchsten Zahl der dazugewonnenen Airlines, sondern kann auch mit d em größten Angebot von Linienfluggesellschaften aufwarten. Insgesamt können Passagiere am CDG zwischen 107 verschiedenen Linienfluggesellschaften und 94 Langstreckenflügen (sechs neue) wählen. Zudem hat der Flughafen innerhalb von nur einem Jahr sechzehn neue Airlines dazugewonnen und nur vier verloren. Quelle: dpa
Neue Langstreckenflüge, neue Airlines: 2. Platz – Adolfo-Suárez-Flughafen, MadridInsgesamt bieten 73 europäische Flughäfen Langstreckenflüge mit einer Mindestdistanz von 4500 Kilometern an. Den zweiten Platz konnte sich in dieser Kategorie der Adolfo-Suárez-Flughafen in Madrid sichern. Mit fünf neuen Ferndistanzen liegt er nur eine hinter Paris. Auch bei den meisten neuen Airlines sichert sich die spanische Hauptstadt den Silberrang – gemeinsam mit dem Flughafen in Prag (beide plus sieben). Quelle: dpa
Meiste Linienfluggesellschaften: 2. Platz – Flughafen FrankfurtAuch der größte deutsche Flughafen in Frankfurt kann sich sehen lassen: Mit 98 Linienfluggesellschaften zieht er am Fiumicino Airport in Rom vorbei und belegt in dieser Kategorie den zweiten Platz. Quelle: dpa
Fluggesellschaft mit den meisten neuen Routen: 1. Platz – GermanwingsGanze 261 Flugziele hat Germanwings in ihrem Programm. Innerhalb von nur einem Jahr baute das Tochterunternehmen der Lufthansa ihr Streckennetz um hundert zusätzliche Ziele aus und gewinnt damit in der Kategorie bei „Anna-Aero“. Der große Zuwachs ist aber nicht natürlich: Die Lufthansa verlagert alle europäischen Strecken außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München auf die Germanwings. Nur deshalb kann der Billigflieger so stark zulegen. Quelle: dpa
Neue Routen: 2. Platz – VuelingNur ganz knapp hinter Germanwings landet die spanische Billigfluggesellschaft Vueling: Sie hat insgesamt 87 Routen innerhalb von einem Jahr dazugewinnen können. Vueling profitiert damit vom Umbau der spanischen Iberia, die ebenfalls zur International Airlines Group (IAG) gehört. Quelle: dapd

Es könnte natürlich zusätzlich sein, dass der Betrieb von Flughäfen durch Gesellschaften im Landesbesitz nicht allzu effizient stattfindet. Im Wissen um die tiefen staatlichen Taschen würden demnach nicht alle Produktivitätspotentiale ausgeschöpft. Vielleicht werden auch Arbeitsplätze für verdiente Parteifreunde geschaffen. Unwahrscheinlich ist das nicht; es dürfte aber auch nicht allein ausschlaggebend für die Verluste sein, sondern sie nur ein wenig steigern.

Schließung eine erfreuliche Nachricht

Ein wirtschaftlicher Betrieb ist daher kaum zu erwarten. Es gibt somit eine Reihe von Argumenten gegen den subventionierten Dauerbetrieb von regionalen Kleinflughäfen. Weder scheint es heute politisch attraktiv zu sein, landeseigene Flughäfen zu betreiben, noch macht es ökonomisch Sinn.

Deutschland



Vor diesem Hintergrund ist es tatsächlich eine erfreuliche Nachricht, dass der Flughafen Zweibrücken von der Landesregierung aus Rheinland-Pfalz geschlossen wird. Dies ist das erste Mal, dass ein Bundesland offiziell die Sinnhaftigkeit eines Regionalflughafens anzweifelt und ein wirtschaftlich nicht tragfähiges Unternehmen beendet.

Es ist nicht sicher, aber man kann wohl erwarten, dass die Anzahl der in Deutschland aktiv betriebenen Regionalflughäfen in der Zukunft weiter reduziert wird. Denn die Finanzlage der öffentlichen Haushalte wird – nicht zuletzt wegen der Schuldenbremse – in der Zukunft noch schwieriger werden. Es werden Schnitte notwendig werden. Es dürfte dann den Landesregierungen bzw. Kommunen relativ leichtfallen, die Flughäfen aufzugeben, wenn die Alternativen in Einschnitten bei der Bildung, der Infrastruktur oder im Sozialen liegen.

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