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Freytags-Frage

Was kann die G7 für Afrika tun?

Ab Sonntag wird die Gruppe der sieben bedeutendsten Industrieländer (G7) in Schloss Elmau bei Garmisch Partenkirchen ihren jährlichen Gipfel durchführen. Deutschland als Gastgeber hat dabei einen Fokus auf Afrika gelegt.

Was kann die G7 für Afrika tun? Quelle: dpa

Es gibt noch andere Top-Themen, aber Afrika ist immerhin herausgehoben. Dies ist erst einmal sehr zu begrüßen, denn schließlich ist Afrika der Kontinent, der in den vergangenen Jahren durchschnittlich am stärksten gewachsen ist. Afrika ist ein aufstrebender Kontinent, der als Markt der Zukunft gelten kann. Vieles hat sich zum Besseren gewendet, ohne dass man deshalb jubilieren darf. Immer noch gibt es zahlreiche Diktaturen (nur ein Drittel der afrikanischen Länder sind als echte Demokratien zu bezeichnen), Korruption ist nach wie vor ein flächendeckendes Problem, und in vielen Ländern ist die Verwaltung relativ schwach. Positiv schlägt zu Buche, dass es eine wachsende Mittelschicht gibt. Dies ist besonders wichtig vor dem Hintergrund, dass die Mittelschicht die Säule der Demokratie bildet – je stärker sie wird, desto mehr werden die Menschen Freiheiten und Bürgerrechte einfordern.
Diese positive Perspektive ist aber nicht vorherrschend in Deutschland; bei uns wird Afrika eher als der Krisenkontinent gesehen: Ebola, Aids, Korruption und unproduktive Landwirtschaft. Diesem überkommenden Bild entspricht auch die Afrikastrategie der Bundesregierung, die – etwas harsch zusammengefasst – gerade nicht auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit setzt, sondern vielmehr die Verringerung des Elends vor allem mit Entwicklungshilfe und dem Fokus auf die Landwirtschaft.

Putin spricht...

Ein wenig spiegelt die Agenda der Bundesregierung diese Sichtweise wider. Zentral ist das Gesundheit, das in der Tat angesichts zahlreicher ungelöster Probleme (epidemische Krankheiten, Ärztemangel, schwach ausgeprägte Versicherungssysteme u.v.m.) bedeutsam ist. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass die Bundesregierung die Gipfel-Agenda zu Afrika deutlich breiter angelegt hat. Denn es wird auch um Handel und Investitionen, um Innovationspolitik und Klimawandel, um die Verbesserung der Regierungsführung und um Wachstumspotentiale gehen.
Die Themenauswahl ist somit besser als die Gewichtung gewählt. Denn Afrika ist auf der Habenseite nicht nur von Wachstumsdynamik gekennzeichnet, es gibt auch viele innovative Ideen aus Afrika; man denke allein an die vielen Anwendungen der Mobiltelefonie. Spricht man mit afrikanischen Vertretern in Deutschland, z.B. aus der Wirtschaft bzw. den Botschaften, so bekommt man ein relativ eindeutiges Signal. Man will über Geschäftsideen, Investitionen und Gewinnmöglichkeiten reden. Hilfe wird nicht erwähnt.
So geschehen auf einer Veranstaltung in der Thüringer Landesvertretung am vergangenen Dienstag: Die Botschafterin Botswanas in Deutschland, Frau Tswelopele Moremi hielt einen Vortrag zu den Investitionsbedingungen in Botswana und warb um deutsche Investoren. Das Land ist politisch stabil, Korruption ist gering, wirtschaftliche Freiheit hoch. Und in der Tat kann das Land in jüngster Zeit einige Investoren anziehen.

Der Vortrag der Botschafterin fand statt im Rahmen einer gemeinsam von der G8-Research Group der Universität Toronto, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgerichteten Tagung zum Thema “Enhancing Africa´s Opportunity: The G7 Contribution and Challenge“. Die Teilnehmer aus Europa, Nordamerika und Afrika waren sich in einer Hinsicht einig: Die G7 hat nicht allzu viel Potential, Afrika „zu retten“. Dies muss in Afrika selber geschehen.
Aber die G7 kann es den afrikanischen Regierungen erleichtern, die nötigen Maßnahmen zur weiteren Entwicklung zu ergreifen. So kann die G7 dazu beitragen, die sog. öffentlichen Güter bereitzustellen. Diese sind insbesondere der Schutz des Klimas, die Verbesserung der Gesundheit, vor allem mit Blick auf die Epidemien, und innovationsfreundliche Regeln wie zum Beispiel Unterstützung bei der Erzeugung von Generika oder Entgegenkommen beim Patentschutz.

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