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Freytags-Frage

Wie kann man die Deckelung der Managergehälter volkswirtschaftlich nutzen?

Derzeit ist die Deckelung von Managergehältern erneut ein Thema. Unser Kolumnist schlägt vor, die freiwerdenden Gelder zum Abbau gesamtwirtschaftlich schädlicher Subventionen zu nutzen.

Sollte der Staat aus Gründen der Gerechtigkeit wirklich in die Gehaltsstrukturen führender Manager eingreifen? Quelle: dpa

Gegenwärtig ist wieder die Beschränkung der Managergehälter ein Thema. Bei VW wurden Kürzungen vorgenommen. Auf europäischer Ebene werden Vorschläge diskutiert bzw. beschlossen, die Boni relativ zu Fixgehältern zu kürzen, was wohl eher der Anreizkompatibilität von Gehältern als der Gerechtigkeit förderlich sein soll. Was die Frage der Gerechtigkeit angeht, so kommt z.B. aus der Linkspartei immer wieder der Vorschlag, der zumindest in Facetten bedenkenswert ist. Die Partei möchte die Managergehälter deckeln. Dafür spricht grundsätzlich wenig, dagegen aber viel. Vor allem ist dies ein Eingriff in die Vertragsfreiheit. Selbst wenn man der Auffassung ist, das Gehalt mancher Manager, Fernsehsternchen und Sportler sei unanständig hoch (der Verfasser dieser Zeilen ist dieser Auffassung), schlägt dieses Argument alle anderen. Eine freiheitlich verfasste Gesellschaft ist ein hohes Ziel, das nicht aufgegeben werden kann, nur damit ein als ungerecht hoch empfundenes Gehalt Einzelner gesenkt wird.

Welche Vorstandschefs ihr Geld wert sind
Kurt Bock, Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF spricht in Mannheim bei einer Hauptversammlung Quelle: dpa
Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF Quelle: dpa
Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank Quelle: dapd
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG Quelle: dpa
Norbert Reithofer, Vorstandsvorsitzender von BMW Quelle: dpa
Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Quelle: dpa
Dieter Zetsche, Vorstandschef Daimler AG Quelle: REUTERS

Es gibt allerdings eine Situation, in der die Deckelung der Managergehälter völlig angemessen ist. Auf die Idee ist die Linkspartei aber noch nicht gekommen; sie wird ihr hiermit nahegelegt. Immer dann, wenn der Staat der Wirtschaft mit Hilfe von Subventionen unter die Arme greift, sollte das Management des betroffenen Unternehmens spürbare Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Denn wenn der Steuerzahler einem Unternehmen hilft, heißt dies natürlich, dass die Manager dieses Unternehmens sich selbst nicht zutrauen, für hohe Umsätze und gute Gewinne zu sorgen. Dieses Eingeständnis bleibt im Moment folgenlos für die Wirtschaftslenker. Der Steuerzahler springt ein, die Bemühungen um preiswerte Dienste und Güter können heruntergefahren werden, aber das Gehalt bleibt gleich. Das ist weder fair noch effizient.

Subventionen, die sich nicht mit Marktversagen, z.B. im Bereich der Umwelt begründen lassen (und dies sind nahezu alle deutschen Subventionen), haben grundsätzlich viele Nachteile: Sie hemmen den Strukturwandel, sie kosten öffentliche Gelder und erhöhen die Staatsausgaben sowie den Staatsschuldenberg. Sie behindern auf diese Weise die Stabilisierungsbemühungen des Fiskus. Mithin fördern sie Ineffizienzen. Außerdem sind Subventionen ungerecht. Denn einige Sektoren erhalten sie, andere nicht. Sie privilegieren Einzelne zu Lasten aller. Selbst in der - allgemein als unproblematisch empfundenen - regionalen Wirtschaftsförderung gibt es ein großes Problem. Die Gebietskörperschaften konkurrieren um Ansiedlungen mit Hilfe von Subventionen (euphemistisch als Starthilfen oder Ansiedlungsprämien bezeichnet) und befinden sich damit in einem Gefangenendilemma; außerdem werden sie erpressbar. Das Beispiel Nokia in Bochum zeigt die Schattenseiten dieser Art von Politik. Es gibt mithin keine guten ökonomischen Gründe für Subventionen.

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