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Freytags-Frage

Wie kann man die Lücken auf dem Arbeitsmarkt schließen?

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Wie sich der Mismatch auf dem Arbeitsmarkt beheben lässt

Es besteht also ein erheblicher Mismatch auf dem Arbeitsmarkt, der sich in Zukunft sicherlich nicht so leicht abstellen lässt. Denn um gute Handwerker einstellen zu können, müssen die Betriebe sie zunächst ausbilden. Wenn zu wenige junge Menschen dazu bereit sind, muss die Politik etwas tun.

Ein Weg wären Studiengebühren, die die relativen Preise zwischen einer bezahlten Ausbildungsstelle und einer zu bezahlenden akademischen Ausbildung etwas verändern dürften; die Ausbildung gewänne an Attraktivität. Es ist ohnehin nicht nachvollziehbar, dass man alle Steuerzahler heranzieht, um einer Minderheit (denn das sind Studierende immer noch), die zumeist noch aus Akademikerhaushalten (also aus relativ gutverdienenden Familien) stammt, die Ausbildung zu finanzieren, mit deren Hilfe dann wieder höhere Gehälter ermöglicht werden. Das soziale Argument kann hier nicht überzeugen, da man durch ein großzügiges (und aus Studiengebühren zu finanzierendes) Stipendiensystem auch Kindern aus einkommensschwachen Haushalten ein Studium ermöglichen könnte (wenn man es politisch wollte).

Ein weiterer Weg bestünde darin, die Löhne in den Berufen mit Arbeitskräftemangel anzuheben. Dies gilt vor allem für den Gesundheitssektor, sollte aber auch im Handwerk gelten. Natürlich müssten Kunden dann höhere Preise zahlen. Aber die Alternative – kein Angebot – ist bei vor allem bei Pflegediensten, aber auch bei Handwerksleistungen, die nicht jeder erledigen kann, auch nicht überzeugend.

Schließlich wäre es eine wichtige Aufgabe für ein Einwanderungsgesetz, dass diejenigen anspricht, die bereits in Deutschland sind, die entsprechenden Bedingungen zu schaffen, damit heimische Unternehmen, junge Ausländerinnen und Ausländer einstellen und ausbilden können. Viel ist von Integration die Rede, zu selten wird sie realisiert.

All diese Maßnahmen sind nicht leicht, und sie werden nicht über Nacht greifen. Je länger wir damit aber warten, desto drängender wird das Problem. Heute wird der Spargel nicht geerntet, was ärgerlich aber nicht lebenswichtig ist. Morgen wird vielleicht das Dach nicht gedeckt, und übermorgen die Oma nicht gepflegt; das sind schon schwerwiegende Probleme. Wir sollten es nicht soweit kommen lassen.

Die beliebtesten Städte zum Arbeiten
Tokio landet auf Rang zehn. Die Stadt ist vor allem von der Finanz- und Dienstleistungsbranche geprägt und gilt als das Handelszentrum Japans. Und das soll auch so bleiben. Da Tokio 2020 die Olympischen Spiele ausrichtet, rechnen Experten mit einem weiteren Wachstum der Wirtschaft. Die Metropole ist die einzige asiatische Stadt, die es in die Top Ten des Rankings geschafft hat. Quelle: imago images
Sydney ist das australische Finanz-, Handels- und Industriezentrum. Die Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt beherbergt Zentralen von etwa der Hälfte aller großen, australischen Unternehmen. Neun Prozent der Befragten können sich vorstellen in Sydney zu leben und zu arbeiten. Damit schafft die Stadt es auf Rang neun. Quelle: imago images
Die französische Hauptstadt hat in den vergangenen Jahren an Attraktivität eingebüßt. Bei der Vorgängerumfrage aus dem Jahr 2014 war Paris noch deutlich beliebter. Aktuell reicht es nur noch für den achten Rang. Dennoch ist die Metropolregion in Frankreich der unangefochtene Wirtschaftsstandort Nummer eins. Durch ihre zwölf Millionen Einwohner bietet sie einen enormen Absatzmarkt und zieht somit vor allem die Konsumgüterindustrie an. Quelle: imago images
Los Angeles gehört zu den Aufsteigern und rangiert erstmalig unter den Top Ten. Die siebtplatzierte Stadt ist bei den meisten vor allem durch die Film- und Musikindustrie bekannt (Paramount Pictures, Walt Disney etc.) Aber auch jenseits der Glamourbranche hat L.A. Potenzial. Unteranderem sind dort viele Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie ansässig.    Quelle: imago images
Dubai landet auf Rang sechs der beliebtesten Arbeitsorte der Welt. Die Glitzermetropole am Persischen Golf hat in den vergangenen Jahrzehnten ein rasantes Wachstum hingelegt. Mittlerweile gilt Dubai als eines der größten Handelszentren im Nahen Osten. Zu der günstigen Verkehrslage auf dem Weg von Europa nach Asien kommt hochmoderne Infrastruktur, die Dubai zum internationalen Drehkreuz vieler Waren macht. Quelle: imago images
Amsterdam landet auf Rang fünf. 14 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in der niederländischen Stadt zu arbeiten. Nicht nur viele einheimische Unternehmen wie Philips oder Heineken haben ihre Hauptquartiere in Amsterdam. Sondern auch internationale Konzerne eröffnen ihre Europazentralen in der Hafenstadt. Darunter auch US-Riesen wie Cisco und Netflix.  Quelle: imago images
Barcelona macht deutlich Plätze gut und landet auf Rang vier der beliebtesten Arbeitsdestinationen. Als Hauptstadt der wirtschaftlich stärksten Regionen Spaniens ist Barcelona ein wichtiger Standort. Vor allem in der Dienstleistungsbranche ist Kataloniens Metropole stark. Aber auch die Automobil- und Chemieindustrie produziert rund um Barcelona. Im Zuge des Unabhängigkeitsreferendums im Oktober 2017 verlagerten jedoch einige Unternehmen ihre Hauptquartiere in andere Landesteile Spaniens. Quelle: imago images

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