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Führungskrise in der FDP Die Liberalen kämpfen um die Posten

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Vom Vierer-Gremium aus Parteichef und drei Stellvertretern bliebe der 65-Jährige nach heutigem Stand als einziger übrig. Die anderen Vizes Cornelia Pieper und Andreas Pinkwart haben ebenfalls schon angekündigt, nicht mehr zu kandidieren.

Als klarer Favorit für die Nachfolge gilt nun Gesundheitsminister Philipp Rösler (38). Im Gespräch ist auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner (32). Der neue Chef muss schließlich alle Parteiflügel hinter sich scharen. Zudem müssen alle Personalveränderungen bei den FDP-Leuten in der Bundesregierung in geheimer Abstimmung auch von der Fraktion gebilligt werden. Darauf setzt auch Brüderle für den Fall, dass Rösler seinen Posten als Wirtschaftsminister haben will, um das Gesundheitsressort los zu werden.

Westerwelle machte deutlich, dass er auf jeden Fall Außenminister bleiben will. Doch die Opposition aus SPD, Grünen und Linkspartei verlangt nahezu geschlossen, dass er jetzt auch das Auswärtige Amt verlassen soll. „Er wird das eine nicht dauerhaft bleiben können, wenn er das andere nicht mehr ist. Es geht um das Ansehen Deutschlands in der Welt“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin.

Auch der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum hält Guido Westerwelle (beide FDP) hält ihn als Außenminister für nicht mehr tragbar: „Die Vertrauenskrise wird festgemacht an der Person Westerwelle. Die Partei will raus aus der Vertrauenskrise, und wenn sie konsequent gehandelt hätte, dann hätte sie gesagt, lieber Guido, es muss ein wirklich neuer Anfang da sein. Verstehe, dass Du als Außenminister auch die Konsequenzen ziehen musst", sagte Baum im ARD-Talk "Anne Will". "Westerwelle hat den geringsten Amtsbonus, den ein Außenminister je hatte, das muss ja zum Nachdenken geben.“

Der Favorit auf die Nachfolge als Parteichef machte sich dagegen für Westerwelle stark. „Die FDP hat Guido Westerwelle viel zu verdanken“, ließ Rösler am Sonntagabend in Berlin mitteilen. „Deshalb ist es gut, dass er auch künftig als Außenminister die Politik in Deutschland prägen wird.“

Bei seinem Rückzug vom Parteivorsitz abgeben kann Westerwelle sich auf prominente Vorbilder berufen. Denn in der FDP gibt es bereits Präzedenzfälle, die beweisen, dass der Vizekanzler auf der bundespolitischen Bühne noch jahrelang aktiv sein könnte. So blieben einst auch die Altliberalen Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel nach dem Rückzug vom FDP-Vorsitz noch Außenminister.

Der Ehrenvorsitzende der Liberalen, Genscher, bekleidete nach seinem Abgang als oberster Liberaler 1985 noch sieben Jahre lang das Amt, hatte das Außenressort trotz Koalitions- und Kanzlerwechsels insgesamt 18 Jahre lang inne. Zu diesem Zeitpunkt war er Europas dienstältester Außenminister. Kinkel konnte nach der Aufgabe seines Amtes als FDP-Vorsitzender 1995 immerhin noch drei Jahre lang Chefdiplomat bleiben - und Vizekanzler.

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