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Führungsstreit bei der „Alternative für Deutschland“ Lucke unter Druck

Der Führungsstreit bei den Euro-Kritikern ist eskaliert. Eine mächtige Front hat sich offen gegen Bundessprecher Bernd Lucke formiert. Wie es nun mit der AfD weitergeht.

AfD-Chef Lucke: Das Gesicht der Partei. Quelle: dpa Picture-Alliance

Bei der „Alternative für Deutschland“ geht es drunter und drüber. Die Tumulte, von denen WirtschaftsWoche Online schon im November berichtet hat, haben eine neue Dimension erreicht. Eine Gruppe um Bundessprecherin Frauke Petry fordert Bernd Lucke zum Rapport, Hans-Olaf Henkel beschimpft Parteifreund Konrad Adam und fordert ihn offen zum Rücktritt auf. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem Streit, der die „Alternative für Deutschland“ nachhaltig schädigen könnte.

Die AfD – neue Volkspartei oder kurze Protestepisode?

Wieso eskalierte der Streit am Wochenende?

Ausgangspunkt eines wilden Wochenendes aus AfD-Sicht war ein Schreiben, welches „Spiegel online“ am Samstag publik machte. „Lieber Bernd Lucke, (…), wir, die Unterzeichner, wenden uns heute mit der Bitte um ein offenes und ehrliches Gespräch an Sie“, heißt es in dem Schreiben der beiden Ko-Sprechern Konrad Adam und Frauke Petry, dem Brandenburger Fraktionschef Alexander Gauland sowie den Europaabgeordneten Beatrix von Storch und Marcus Pretzell. Die Unterzeichner kritisieren darin eine Einladung Luckes an rund einhundert AfD-Entscheidungsträger, nämlich an alle Kreis- und Bezirksvorsitzenden sowie Landessprecher, zu einem faktischen Vorparteitag. Ohne Absprache im Bundesvorstand hatte Lucke die Einladung rausgeschickt, seine Kritiker sehen darin einen Versuch, die Basis auf Kurs zu trimmen. Hintergrund: Beim Bundesparteitag der AfD Ende Januar in Bremen will Lucke die Satzung der Partei ändern lassen. Statt wie bisher drei soll es dann nur noch einen Sprecher, Lucke, geben. Dagegen gibt es in der Partei großen Widerstand. Lucke wird in dem Schreiben der Kritiker zum Rapport gebeten. Am Montagvormittag einigte sich der Vorstand auf ein gemeinsames Treffen.

Die wichtigsten Köpfe in der AfD

Wie kam die Schärfe in die Diskussion?

Das Schreiben kommt sachlich-kritisch daher. Die Unterzeichner sind argumentativ, fürchten aber von Lucke Alleingänge und eine „Führung nach Gutsherrenart“. Anschließend ging die öffentliche Diskussion los und plötzlich kam Schärfe in die Debatte. Mitglieder des Bundesvorstands kritisierten das Verhalten von Parteifreunden in den Sozialnetzwerken als „zum Kotzen“. Hans-Olaf Henkel sah sich genötigt, Bernd Lucke beizuspringen. Er sei es „leid, dass die Partei immer wieder so ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit abgibt, weil die drei Sprecher Gegensätzliches von sich geben“. Das Modell mit drei Sprechern habe sich „nachhaltig nicht bewährt“. Im Zuge der Diskussion wurde ein Brief Henkels an Parteifreund Konrad Adam an die Öffentlichkeit gespielt, in dem Henkel ihn offen zum Rücktritt aufforderte. „Sie scheinen von Enttäuschung über Ihre Bedeutung in der Partei und von Ihrem Ehrgeiz zerfressen.“ Er hoffe, „der letzte Akt wird bald aufgeführt und sie treten von der Bühne“, fügte Henkel hinzu.

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