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Fußballweltmeister Babyboom dank WM?

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Die Krankenversicherer müssen es wissen

Am besten müssten das die Krankenversicherer wissen, schließlich bekommen sie flächendeckend Daten zu den Untersuchungen ihrer Mitglieder und Versicherten. Doch leider winken die Versicherer, sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherer, gleich ab. Die Barmer GEK, Deutschlands größter gesetzlicher Krankenversicherer, teilt mit: "Uns liegen keine Daten vor, die über zu erwartende Geburtenzahlen in den nächsten Monaten Auskunft geben."

Auch die Techniker Krankenkasse, die Nummer zwei am Markt, kann leider "nichts Valides aus den vorliegenden Daten ableiten". Gleiche Auskunft auch beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherer. Bei den privaten Krankenversicherern sieht es nicht besser aus. Weder Debeka noch DKV verfügen über entsprechende Daten.

Diese Unternehmen profitieren von der Fußball-WM
AB InBevWer in einem brasilianischen WM-Stadion ein Bier zischen will, muss zu Budweiser aus dem Konzern AB InBev greifen. Für den weltgrößten Bierhersteller und WM-Sponsor hat die Fifa extra das Ausschankverbot in Stadien aufgehoben. Auch zwei Kilometer um die Stadien herum darf nur Budweiser getrunken werden. Außerhalb dieser Bannmeilen ist es ebenso schwer, um AB-InBev-Produkte herum zu kommen. Ob Brahma, Skol oder Antarctica – fast alle gängigen Biermarken in Brasilien gehören längst zu AB InBev. Quelle: dapd
AdidasDer fränkische Sportartikelhersteller Adidas stellt mit dem "Brazuca" den offiziellen WM-Ball her. Das 129,95 Euro teure Stück wird reichlich Abnehmer finden: Sein Vorgänger, der "Jabulani" zur WM in Südafrika, verkaufte sich immerhin über 15 Millionen Mal. Quelle: dpa
Hyundai und KiaBrasilien ist mit 1,6 Millionen Neuzulassungen von Januar bis April 2014 dem Verband der Autoindustrie (VDA) zufolge der fünftgrößte Automobilmarkt der Welt. Daraus erhofft sich vor allem die koreanische Hyundai Kia Automotive Group einiges rauszuholen. Als Fifa-Sponsor stellt der Konzern mit 1.021 Fahrzeugen die offizielle WM-Flotte während des Großereignisses. Quelle: dapd
ContinentalWährend in den WM-Stadien der Ball rollt, sollen in den Straßen Brasiliens die Reifen von Continental rollen. Schon jetzt hat der Reifenhersteller aus Hannover einen Marktanteil in Brasilien von zehn Prozent. Als Sponsor der WM soll dieser Anteil steigen - nicht nur in Brasilien, sondern weltweit. Quelle: dpa
Deutsche ArchitektenbürosZahlreiche WM-Spiele werden in deutschen Designobjekten stattfinden. Die Planungsentwürfe der Stadien Manaus (Foto), Belo Horizonte und Brasilia stammen aus dem Hamburger Architektenbüro "gmp" und die neue Arena in Salvador stammt von "Schulitz + Partner" aus Braunschweig. Quelle: dpa
Coca-ColaCoca Cola darf sich rund um die WM über einen hohen Absatz freuen - vor allem im heißen Brasilien. Laut dem Marktforschungsinstitut YouGov gibt jeder vierte Brasilianer Coca Cola als seine beliebteste Getränkemarke an. In Deutschland ist es jeder Neunte. Um außer die Fans in den WM-Stadien auch die Zuschauer rund um den Globus zu erreichen, will das Unternehmen dieses Jahr seine größte WM-Kampagne aller Zeiten aufstellen: Dazu gehören YouTube-Videos, TV-Spots, die Original-WM-Trophäe, die in einer PR-Aktion für Coca Cola um die Welt reiste und der neue "Coke-Song" von Sänger David Correy für die WM. Quelle: dpa
SonyViele Fans kaufen zur WM gerne neue Fernseher, um das Fußballspektakel in Top-Qualität zu erleben. An diesem Geschäft will WM-Sponsor Sony mit verdienen und hat mit dem 55 Zoll großen Sony 4K (Foto) den „offiziellen WM-Fernseher“ herausgebracht. Quelle: dpa

Wie haben all die Journalistenkollegen eigentlich ihre aufsehenerregenden Meldungen über den Babyboom durch WM und EM geschrieben? Klar, ein Anruf bei einer Geburtsklinik oder einem Facharzt könnte eine passende Antwort liefern. Nur ist das rein anekdotische Evidenz, auf keinen Fall repräsentativ.

Und hier geht es ja um etwas Großes: den ersten WM-Titel seit 1990! Wenn der wirklich zu mehr Babys führen sollte, müsste sich das doch schon im Vorfeld abzeichnen. Vielleicht haben wir dank Jogis Jungs längst Deutschlands Demographie-Problem gelöst, und keiner weiß es. Das muss sich ändern!

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    Nur sehen das längst nicht alle so. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe bezweifelt etwa, dass es eine Quelle gibt, die über die zu erwartenden Geburten in den nächsten Monaten Auskunft geben kann. Zweifel sind nichts für Enthüllungsjournalisten. Wenn es keine direkten Daten gibt, müssen eben indirekte Hinweise her.

    Was machen die Frauen unter den Fußballfans am Morgen danach? Richtig, einen Schwangerschaftstest. Na gut, nicht sofort, aber spätestens wenn sich eine mögliche Schwangerschaft abzeichnet. Die Hersteller von Schwangerschaftstests müssen es also wissen: Haben Sie im Juli und August 2014 deutlich mehr Tests als sonst verkauft, wäre das ein gutes Indiz.

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