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G7 Treffen Gabriel will G7 von Energiewende überzeugen

Über 30 Prozent des Erdgases für die EU kommt aus Russland. Kann Gas in der aktuellen Krise zur Waffe werden? Die G7-Energieminister suchen bei ihrem Treffen Alternativen.

Gastgeber Gabriel will für den deutschen Weg werben. Quelle: dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will die anderen in der G7-Gruppe vereinten westlichen Industriestaaten vom deutschen Energiewende-Modell überzeugen. Vergangenes Jahr beim Treffen der G7-Energieminister in Rom habe man vor dem Hintergrund der Krise zwischen Russland und der Ukraine vor allem Fragen der Gasversorgungssicherheit erörtert, sagte Gabriel der Deutschen Presse-Agentur - er trifft sich mit seinem Amtskollegen am Montag und Dienstag in Hamburg. „In diesem Jahr möchte ich den Fokus erweitern und alle Energieträger in den Blick nehmen, die zu einer nachhaltigen Energiesicherheit beitragen“, betonte Gabriel. So wird man auch zur Nordsee fliegen und einen Offshore-Windpark eröffnen.

Proteste gegen G7-Treffen der Außenminister

Mehr Ökoenergie gilt als wichtiges Vehikel, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten zum Beispiel aus Russland zu mindern. Der neue RWE-Windpark Nordsee-Ost liegt etwa 35 Kilometer nordwestlich von Helgoland. Dort wurden 48 Windräder mit einer Leistung von 295 Megawatt errichtet. Damit können rund 320.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. „Mit meinen G7-Energieministerkollegen werde ich in Hamburg über Möglichkeiten diskutieren, wie wir langfristig eine nachhaltige Energieversorgung sichern können und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben“, kündigte der Vizekanzler an. In Deutschland beträgt der Stromanteil erneuerbarer Energien bereits 27,8 Prozent.

Nach vielen Problemen kommt so langsam auch der Betrieb von großen Windparks im Meer in Gang, die wesentlich mehr Strom als Windparks an Land erzeugen können. Neben der Offshore-Technologie will Gabriel auch darüber reden, wie die Stromsysteme die je nach Wetter stark schwankende Ökostromeinspeisung sicher meistern können - und wie das Energiesparen und der Klimaschutz weiter verstärkt werden können.

In Rom war im Mai 2014 ein 13-Punkte-Plan als Antwort auf die Ukraine-Russland-Krise aufgestellt worden, der nun in Hamburg weiter konkretisiert werden soll. Ein Ziel ist, durch den Ausbau von Transportinfrastrukturen, Speicherkapazitäten und Terminals den Import von Flüssiggas aus Golfstaaten zu stärken, um neue Alternativen zu russischen Gaslieferungen zu haben. Im Schnitt beziehen die EU-Staaten nach Angaben der EU-Kommission etwa 30 Prozent ihrer Erdgas- und 35 Prozent ihrer Rohölimporte aus Russland.

Russland deckte 2014 allein 38 Prozent der deutschen Erdgaseinfuhren ab. Trotz eines Ökostromanteils von bereits knapp 28 Prozent, wird rund ein Viertel des deutschen Energiebedarfs noch mit russischer Hilfe gesichert - neben Gas gehören dazu Erdöl und Steinkohle.

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