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Gamestop-Wahnsinn, Chipmangel und Cyberangriffe So verlief das Wirtschaftsjahr 2021

Das Containerschiff Ever Given blockierte tagelang den Suezkanal. Quelle: dpa

Die Aktie des Videospielhändlers Gamestop schoss in die Höhe, ein Stau im Suezkanal blockierte den Welthandel: Das Wirtschaftsjahr 2021 war nicht langweilig. Ein chronologischer Überblick.

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04. Januar: WhatsApp brockt sich monatelangen Ärger ein. Die Nutzer werden in der App auf ein Update der Datenschutz-Regeln hingewiesen und sollen bis zum 8. Februar zustimmen, um den Chatdienst weiter zu nutzen. Nach Kritik wird die Frist auf Mitte Mai verschoben.

13. Januar: Die Aktie des Videospiel-Händlers Gamestop springt an einem Handelstag um mehr als 50 Prozent hoch. Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen Rally, die maßgeblich von privaten Anlegern auf Online-Plattformen wie Reddit befeuert wird. Von gut 17 Dollar zu Jahresbeginn schnellt der Kurs in wenigen Wochen bis auf 483 Dollar hoch und fällt dann steil ab.

29. Janaur: Bei der Finanzaufsicht Bafin gibt es nach dem Wirecard-Skandal einen Wechsel an der Spitze. Im Zuge einer Neuaufstellung gibt Felix Hufeld sein Amt ab, Nachfolger Mark Branson übernimmt am 1. August.



11. März: Preisrekord für digitale Kunst: Die Collage „Everydays: The First 5000 Days“ wird für gut 69 Millionen Dollar versteigert. Verrückt daran ist, dass jeder die identische Datei des US-Künstlers Beeple besitzen kann, nur eben ohne digitales Echtheits-Zertifikat. Die Auktion befeuert den Boom bei solchen sogenannten NFT-Dateien.

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    17. März: Volkswagen setzt die Produktion in seinen Werken für mehrere Wochen wegen Bauteile-Engpässen aus. Übers Jahr trifft vor allem die Chip-Knappheit immer wieder diverse Autobauer und führt zu Kurzarbeit in den Fabriken. In der Corona-Krise stieg die Halbleiter-Nachfrage, die Kapazitäten reichen nicht aus.

    23. März: Ein Zwischenfall im Suezkanal demonstriert die Verwundbarkeit des Handels zwischen Asien und Europa. Das rund 400 Meter lange Containerschiff „Ever Given“ steckt quer in der Wasserstraße fest und blockiert sie für sechs Tage. Hunderte Schiffe stauen sich in beiden Richtungen.

    27. April: Apple gibt seinen Kunden als erster Smartphone-Anbieter eine einfache Möglichkeit, das Nachverfolgen ihres Verhaltens quer über verschiedene Apps und Websites zu stoppen. Anbieter von iPhone-Apps müssen Nutzer dafür ausdrücklich um Erlaubnis fragen. Die meisten Menschen lehnen das ab. Das bremst das Werbegeschäft unter anderem bei Facebook und dem Fotodienst Snapchat.



    07. Mai: Eine der größten Benzin-Pipelines in den USA fällt nach einem Cyberangriff für fünf Tage aus. Die Hacker erpressen eine Zahlung von 4,4 Millionen Dollar. So beginnt eine Serie von Lösegeld-Angriffen: Anfang Juni trifft es den weltgrößten Fleischkonzern JBS, der elf Millionen Dollar zahlt, und Anfang Juli den IT-Dienstleister Kaseya.

    09. Juni: Der frühere Konzernchef Martin Winterkorn und drei weitere Ex-Topmanager zahlen wegen des Dieselskandals zusammen mit ihren Versicherungen Rekord-Entschädigungen an Volkswagen. Die Einigung sieht eine Summe von 288 Millionen Euro vor. Winterkorn persönlich soll 11,2 Millionen Euro zahlen.

    11. Juni: Der Bundestag beschließt mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen das umstrittene Lieferkettengesetz. Große Unternehmen in Deutschland sollen keine Kinder- oder Zwangsarbeit und keine Umweltzerstörung in ihren internationalen Lieferketten mehr dulden. Aus der Wirtschaft wurde die Idee zuvor unter anderem als weltfremd kritisiert. Das Gesetz gilt vom 1. Januar 2023 an.

    03. Juli: In der EU tritt für mehr Umweltschutz ein Verbot von Wegwerfartikeln aus Plastik in Kraft. Dazu zählen etwa Einweggeschirr, Einmalbestecke und Getränkebecher aus Styropor.

    16. Juli: Amazon wird in Luxemburg mit der bisher höchsten Strafe nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung DSGVO belegt: 746 Millionen Euro. Die Kontrollbehörde befindet, dass der Online-Händler die Regeln beim Umgang mit Nutzerdaten verletzte. Amazon weist den Vorwurf zurück und legt im Oktober Berufung ein.

    11. August: Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft GDL gibt es auch in diesem Jahr wieder Streik. Von drei mehrtägigen Streikwellen sind Millionen Fahrgäste betroffen. Mitte September wird eine Einigung verkündet.

    11. August: In Deutschland tritt eine Frauenquote in Chefetagen in Kraft. Bei großen Unternehmen, die börsennotiert und paritätisch mitbestimmt sind, soll ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau darunter sein. Die Regelung schließt in die seit vier Jahren geltende Frauenquote in Aufsichtsräten an.

    16. August: Die Bundeswehr startet in Afghanistan eine großangelegte Evakuierungsaktion aus Kabul. Bis zum 26. August werden 5347 Personen aus 45 Nationen ausgeflogen. Viele afghanische Ortskräfte bleiben zurück. Am 30. August beenden die USA nach fast 20 Jahren ihren Militäreinsatz am Hindukusch.



    15. September: Die USA, Großbritannien und Australien verabreden einen Sicherheitspakt für die indopazifische Region gegen Chinas Einfluss. Frankreich protestiert, weil Australien einen Liefervertrag für konventioneller U-Boote platzen lässt.

    07. Oktober: Das polnische Verfassungsgericht bestreitet, dass EU-Recht Vorrang vor dem Verfassungsrecht des Landes hat. Die EU-Kommission sieht gemeinsame Werte gefährdet. Die wirtschaftlichen Folgen eines „Polexits“ könnten verheerend sein.

    05. November: Nach dem US-Senat billigt auch das Repräsentantenhaus ein Infrastrukturpaket von über einer Billion Dollar. Damit will Präsident Joe Biden unter anderem Nahverkehr, Bahn und Häfen ausbauen sowie Jobs schaffen.

    13. November: Die Abschlusserklärung der UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow verlangt eine Senkung der Treibhausgase um 45 Prozent bis 2030, den schrittweisen Abschied von der Kohle und Nachbesserungen der Klimaziele der Länder. Zu der Konferenz sind 40 000 Teilnehmer aus fast 200 Ländern angereist.

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    15. November: In einem Telefonat mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko bespricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Situation an der Grenze zwischen Belarus und Polen. Dort sitzen Tausende Flüchtlinge fest. Lukaschenko soll sie gezielt an die östliche EU-Außengrenze geschleust haben.

    26. November: Die Weltgesundheitsorganisation stuft die im südlichen Afrika nachgewiesene neuartige Coronavirus-Variante Omikron als „besorgniserregend“ ein. Viele Länder reagieren unter anderem mit Beschränkungen im Flugverkehr, darunter auch Deutschland.

    Mehr zum Thema: Die hochansteckende Omikron-Variante verschärft die Corona-Pandemie. Hersteller wie Biontech und Moderna arbeiten an einem angepassten Impfstoff. Was passiert da genau?

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