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Gastbeitrag Ist das deutsche Bad-Bank-Modell ein Befreiungsschlag?

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Den Banken kommt zugute, dass sie bei der Ermittlung des Buchwertes die im Zuge der Finanzmarktkrise Ende 2008 gelockerten Bewertungsgrundsätze anwenden können. Kommen auf inaktiven Märkten, wie in der aktuellen Krise, Preise nur noch unter hohem Verkaufsdruck oder gar Panik zustande, können die Banken den Buchwert auf Basis von subjektiven Verfahren einfach schätzen. Sie müssen ihn zur Bestimmung nicht mehr zwingend auf einen beobachtbaren Wert absenken, weil er als Ergebnis besonderer Verhältnisse bei den Marktparteien völlig verzerrt sein kann. Die Wertermittlung liegt somit weitgehend im Ermessen der Bank und des Abschlussprüfers.

Auch bei der Bemessung des aktuellen Zeitwerts können die Banken die gelockerten Bewertungsmaßstäbe nutzen. Allerdings sind hier die subjektiven Schätzverfahren mit dem vom Soffin bestimmten Sachverständigen und der Bankenaufsicht abzustimmen.

Freiwilligkeit schafft Spielräume

In der Praxis wird dieser Abstimmungsbedarf vor dem Hintergrund weiterer geplanter Lockerungen der internationalen Bilanzierungsvorschriften immer wichtiger und die unterschiedliche Interessenlage der Beteiligten bei der Bewertung toxischer Wertpapiere dürfte in den Vordergrund rücken. Und gerade die Freiwilligkeit des Bad-Bank-Modells verschafft den Banken dabei Spielräume: Die Entscheidung, ob sie das Modell in Anspruch nehmen oder nicht, werden sie maßgeblich von der konkreten Bewertung der Wertpapiere abhängig machen.

Neben dieser ersten Hürde für die Durchschlagskraft des Modells ist auch die Frage entscheidend, in welcher Höhe die Anteilseigner der Bank für den Ausgleich eines etwaigen Verlustes nach Verwertung der übertragenen Papiere haften. Spätestens an dieser Stelle werden die der Ermittlung des Ausgleichsbetrages zu Grunde liegenden Bewertungen der Papiere vom Markt nachvollzogen. Aber erst wenn der konkrete Umfang der Haftung feststeht, ist der erhoffte Befreiungsschlag möglich. Bis dahin bleibt es dem Markt überlassen, noch bestehende Risiken einzupreisen.

Globaler Ansatz

Selbst wenn das Bewertungsproblem gelöst wird, bleibt zu bedenken: Das deutsche Bad-Bank-Modell ist zunächst ein nationaler Alleingang. Wie schwierig eine abgestimmte Vorgehensweise ist, zeigt sich aktuell bei den Bedenken gegen die Errichtung eines Frühwarnsystems und der damit verbundenen zentralen Rolle der EZB.

Auf globaler Ebene wird deutlich, wie verschieden die Ansätze sind: Die USA haben zum Beispiel ein Modell vorgestellt, bei dem Papiere - mit Garantien ausgestattet - direkt an Investoren versteigert werden. Ob das die Transparenz der Finanzmärkte und das Vertrauen tatsächlich wieder herstellen kann, bleibt abzuwarten. Ein Befreiungsschlag für die globalisierte Bankenbranche verlangt jedenfalls einen globalen Ansatz.

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