Gegen Rot-Rot-Grün Flirten AfD und CDU heimlich miteinander?

Die Wahl von Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten in Thüringen war nicht nur bei vielen Bürgern umstritten. Angeblich sollen sich CDU und AfD zusammen getan haben, um einen eigenen Gegenkandidaten zu küren.

Haben sich CDU und AfD abgesprochen? Quelle: dpa

Offiziell ist die Stimmung zwischen der Union und der Alternative für Deutschland (AfD) alles andere als rosig: Die CDU ignoriert die AfD in großem Stil und die AfD findet mitunter drastische Worte für alles, was die CDU tut oder lässt. Zuletzt in aller Deutlichkeit bei der Wahl Bodo Ramelows zum thüringischen Ministerpräsidenten. So kritisierte beispielsweise der Chef der thüringischen Landtagsfraktion, Björn Höcke, dass sich die CDU der Tauber-Doktrin unterworfen habe, die dazu führe, dass die Landesregierung in Thüringen nun von Stasi-Leuten abhänge und nicht von einer bürgerlichen Kraft wie der AfD. "Das ist ein Offenbarungseid der CDU", konstatiert Höcke.

Merkel als Steigbügelhalterin der Linken

Auch aus dem Bundesvorstand der AfD hagelte an der Kritik an der parteipolitischen Taktiererei der Altparteien. Parteisprecher Bernd Lucke wirft der SPD Versagen vor. "Die SPD hat gezeigt, dass sie mit ihrer früheren Ausgrenzungsstrategie gegenüber der Linken nicht erfolgreich gewesen ist", sagte Lucke. In Thüringen sei mit Rot-Rot-Grün ein Modell geschaffen worden, dass auch Auswirkungen für die Bundesregierung haben werde. "Wir bedauern, dass die Chance zu einer parteiübergreifenden Expertenregierung leichtfertig verspielt worden ist", so Lucke weiter.

Die AfD – neue Volkspartei oder kurze Protestepisode?

Die Parteisprecherin und Fraktionschefin der AfD im sächsischen Landtag, Frauke Petry, kommentierte den Ausgang der Wahl als "denkbar schlechteste Lösung für Thüringen". "Frau Merkel hilft dem ersten Linken Ministerpräsidenten ins Amt."

Alexander Gauland, stellvertretender AfD-Sprecher und Vorsitzender der AfD Landtagsfraktion in Brandenburg, analysiert, die Wahl von Bodo Ramelow in Thüringen sei "die falsche Entscheidung zur falschen Zeit": "Die CDU hat sich mit ihrer Verweigerungshaltung gegenüber der AfD zum Steigbügelhalter der SED-Nachfolgepartei gemacht. CDU-Wähler sollten sich in Zukunft gut überlegen, ob sie einer solchen Partei weiterhin ihr Vertrauen schenken wollen. Die Landesregierung ist von jetzt an auf unsicheren Füßen, hat keine sichere Mehrheit und ist erpressbar."

Angebliche Absprachen zwischen den Parteien

Nach Freundschaft klingt das alles nicht. Hinzu kommt, dass Kanzlerin Angela Merkel Bündnisse mit der AfD in aller Deutlichkeit ausgeschlossen hat. Doch nun berichtet der Spiegel, dass es konkrete Gespräche zwischen der Thüringer CDU und der AfD gegeben habe. Bei den Kontakten von CDU-Landesfraktionschef Mike Mohring mit der AfD ging es nach Informationen des "Spiegel" vom Wochenende um den Plan, einen eigenen Kandidaten gegen den Linken-Politiker Ramelow ins Rennen zu schicken.

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Mohring habe einen guten Draht zur AfD und treffe sich auch mit Vertretern der Partei - und das mit der Erlaubnis von Angela Merkel. Auch Höcke bestätigte dem Blatt "ein Treffen und danach regelmäßige Telefonate". Dabei ist die CDU doch sonst immer so besorgt, ihre Wählerschaft an die AfD zu verlieren.

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