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Geldanlage Sparer entdecken die Genossenschaftsbanken

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Gefühl von Sicherheit

Bild Finanz-Pionier Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Auch heute noch können die Kunden genossenschaftlich organisierter Banken Miteigentümer werden. Die Volks- und Raiffeisenbanken haben 30 Millionen Kunden, von denen mehr als die Hälfte Anteile besitzt. Wer ein Konto eröffnet, leistet eine Einlage, die erst beim Austritt zurückgezahlt wird und für Verluste der Genossenschaft haftet. Dafür bringt der Geschäftsanteil höhere Zinsen als das Guthaben auf dem Girokonto.

Die Einlage ist je nach Bank unterschiedlich hoch. Bei den Sparda-Banken etwa steigen die Kunden mit 52 Euro ein, die in der Regel mit sechs Prozent verzinst werden. Die Spar- und Darlehenskassen übertrugen einst Raiffeisens Idee auf den im 19. Jahrhundert boomenden Eisenbahnsektor, doch längst stehen sie nicht nur Lokführern und Schaffnern offen.

Ihr spartanisches Geschäftsmodell mit Filialen meist in Bahnhofsnähe erlebt seit der Finanzkrise einen Kundenansturm. Die Mitgliederzahl ist seit 2008 um 300 000 auf rund 3,3 Millionen gestiegen. Verunsicherte Sparer finden in der überschaubaren Leistungspalette offenbar das, was sie suchen: Lokalkolorit und leicht verständ-liche Finanzprodukte, die ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Deutschland



Die Genossenschaftsbanken benötigten während der Krise anders als viele Landesbanken und private Institute keine Staatshilfen, und mit dem Verkauf anlegerschädlicher Papiere sind die Genossen nicht negativ aufgefallen. Komplett heil ist jedoch auch die Welt der genossenschaftlichen Banken nicht. Ihr Zentralinstitut, die DZ Bank in Frankfurt, will die Betreuung vermögender Kunden in einer Privatbank-Tochter bündeln.

Das missfällt vielen Beratern vor Ort, die fürchten, Kundenkontakte zu verlieren. Zudem beklagen Gewerkschafter bisweilen raue Umstrukturierungen – das weit verzweigte und teure Filialnetz erfordert eben auch von gutherzigsten Genossen bisweilen eine Rationalisierung.

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