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Gemeinnützige Organisationen Transparenz soll Spender überzeugen

Im Konkurrenzkampf um potenzielle Spender überbieten sich gemeinnützige Organisationen in ihrer Transparenz.

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Spenden Quelle: dpa

Es geht um Kinder, um Vertrauen und um Geld. Viel Geld. Jedes Jahr bittet der Verein „Ein Herz für Kinder“ um Hilfe für die Kleinsten. Die Strategie ist so simpel wie effektiv: Man nehme mit Thomas Gottschalk einen bekannten Moderator, setze Prominente einen Abend lang ans Telefon und strahle das Ganze als Spendengala zu bester vorweihnachtlicher Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. Spenden in Millionenhöhe sind gewiss. 2009 waren es fast 14 Millionen Euro.

Gerade im Advent – traditionell die Zeit besonders intensiv praktizierter Nächstenliebe – buhlen viele gemeinnützige Organisationen um die Gunst potenzieller Spender. Doch die schauen heute viel genauer hin, wem sie ihr Geld anvertrauen. Nicht zuletzt der Skandal um das Kinderhilfswerk Unicef Deutschland, bei dem es Ende 2007 um die Verwendung von Spendengeldern in Millionenhöhe für externe Berater ging, hat die Deutschen kritischer werden lassen. Und so herrscht in den Chefetagen der Wohltätigkeitsorganisationen vor allem ein Motto vor: Offenheit.

Geschäftsberichte, Projektevaluationen, Antworten auf die häufigsten Fragen – all das ist heute im Internet zu finden. „Es muss in der Regel niemand davon überzeugt werden, dass die Menschen, um die es geht, wirklich bedürftig sind“, sagt Thomas Röhr vom Deutschen Fundraising Verband. „Spender wollen wissen, was konkret mit ihrem Geld passiert.“

Humanitäre Hilfe

Rund zwei Milliarden Euro kommen jährlich in Deutschland an Geldspenden zusammen. Unangefochtener Nutznießer ist die humanitäre Hilfe, in die mehr als drei Viertel der Spendergelder fließen. Die bekanntesten Organisationen sind gleichzeitig auch die einnahmestärksten: SOS-Kinderdorf , Plan International und World Vision nehmen jährlich zwei- bis dreistellige Millionenbeträge über Spenden und Patenschaften ein (siehe Tabelle). Daneben tummeln sich weitere Hunderttausende Vereine und Tausende von Stiftungen – Tendenz steigend.

Neben den großen Organisationen, die sich vor allem in der Dritten Welt engagieren, werden seit einigen Jahren auch vermehrt regionale Projekte von den Spendern bedacht. Laut Deutschem Spendenrat geht die durchschnittliche Einzelspende seit einigen Jahren zurück, dagegen nimmt die Anzahl der getätigten Spenden zu. Im Schnitt 3,4 Organisationen wurden 2009 von einem Spender bedacht. Der Erfolg der Kleinen liegt dabei nicht etwa in einer groß angelegten Werbestrategie, dafür fehlt den meisten Vereinen schlicht das Geld. Aber ihre Projekte sind vor Ort überprüfbar – beim Jugendclub im eigenen Viertel lässt es sich einfacher vorbeischauen als in einem Subsahara-Dorf.

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