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Gesundheitspolitik Kassenärzte fordern höhere Vergütung für Hausbesuche

Die Kassenärzte warnen vor einem Versorgungsproblem bei den Hausbesuchen. Schuld seien hohe Kosten und eine zu niedrige Vergütung für die Mediziner.

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Viele Ärzte machen ihre Hausbesuche am Mittwochnachmittag oder abends, da sie in dieser Zeit ihre Praxis schließen müssen. Quelle: dpa

Berlin Die Kassenärzte dringen auf spürbar mehr Geld für Hausbesuche, um das Angebot wirtschaftlich aufrechterhalten zu können. „Wenn wir die Vergütung für Hausbesuche nicht deutlich anheben, werden sie perspektivisch nicht mehr stattfinden können“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. „Das Versorgungsproblem zeichnet sich schon am Horizont ab.“ Bisher habe in Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) keine Verbesserung erreicht werden können. „Da bleiben wir dran.“

Hausbesuche würden derzeit mit etwa 23 Euro vergütet, erläuterte der KBV-Chef. „Plus Fahrpauschale reden wir von einer Größenordnung von 25 Euro.“ Mit An- und Abfahrt und Parkplatzsuche sei dafür in einer Stadt wie Berlin schnell eine Stunde vorbei. „Wenn der Klempner kommt, nimmt er schon teilweise 45 Euro für die Anfahrt. Da hat er die Tasche noch nicht mal ausgepackt.“

Problematisch sei, dass ein Arzt in der Zeit seine Praxis zumachen müsse. „Er ist ja unterwegs. Aber die Kosten laufen weiter.“ Viele machten Hausbesuche deswegen am Mittwochnachmittag oder abends. Leidtragende der Situation seien „die Kollegen, die ihre Patienten nicht im Stich lassen wollen – und die Patienten, die keine Ärzte mehr finden, die wirtschaftlich darstellbar Hausbesuche machen“. Um eine „unsanfte Landung“ zu vermeiden, gelte es zügig etwas zu tun. Für Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband hatte die KBV bereits eine Anhebung auf 30 Euro pro Hausbesuch ins Spiel gebracht.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Hausbesuche deutlich gesunken. Gab es 2009 noch 30,3 Millionen Hausarzt-Visiten bei Patienten und 2010 rund 27 Millionen, waren es 2016 nur 25,2 Millionen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage von Juni 2018 hervor.

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