Gesundheitssystem "Eigenbeteiligung ist nötig"

Der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr über die Marktmacht gesetzlicher Kassen, Zusatzbeiträge für gesetzlich Krankenversicherte und ein verfehltes Schönheitsideal

Gesundheitsminister Daniel Bahr Quelle: Marco-Urban.de

WirtschaftsWoche: Herr Minister, Sie haben die Kranken- kassen aufgefordert, ihren Mitgliedern Prämien auszuzahlen. Warum senkt die Bundesregierung nicht den Beitragssatz?

Daniel Bahr: Manche Kassen haben derzeit hohe Überschüsse, andere sind erst dabei, die vorgeschriebenen Rücklagen aufzubauen. Eine Senkung des Beitragssatzes würde die Kassen sehr unterschiedlich treffen. Deswegen ist es sinnvoller, wenn Kassen mit hohen Überschüssen Prämien an ihre Mitglieder zurückzahlen. Die FDP hat sich immer für Wettbewerb über Prämien und Zusatzbeiträge eingesetzt. Der Kompromiss in der Koalition war aber, den Beitragssatz auf 15,5 Prozent festzuschreiben.

Knapp die Hälfte der Beiträge kommen von den Arbeitgebern, doch die gehen bei der Prämie leer aus.

Die Arbeitgeber können zufrieden feststellen, dass diese Regierung einen historischen Schritt getan hat. Wir haben den Arbeitgeberbeitrag festgeschrieben – im Gesetz. Alle kommenden Ausgabensteigerungen bei der Gesundheit belasten nicht mehr die Arbeitsplätze.

Welche Kassen stehen so gut da, dass sie eine Prämie zahlen sollten?

Wenn man ganz vorsichtig rechnet, könnten sieben Millionen von gut 50 Millionen Beitragszahlern 2012 profitieren. Bisher zahlten nur sieben kleinere Kassen Prämien aus, an 500 000 Beitragszahler. Ich erwarte, dass in den gut finanzierten Kassen ernsthaft geprüft wird, etwas zurückzuzahlen. Manchen Kassen geht es wirtschaftlich sehr gut. Die könnten sich das ohne Weiteres leisten.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%