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Gleichstellung Gewerkschaft kritisiert Haltung der Bahn zu Frauenförderung

Die Deutsche Bahn wehrt sich einem Bericht zufolge gegen Pläne zur Frauenförderung innerhalb des Konzerns. Nun protestiert die Eisenbahngewerkschaft.

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Die Deutsche Bahn sollte gerade als Staatsunternehmen mit gutem Beispiel vorangehen und mehr Frauen in die vordersten Reihen stellen, so die Gewerkschaft EVG. Quelle: dpa

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert die Haltung der Deutschen Bahn zur Frauenförderung. Frauen begünstigten die Wettbewerbsfähigkeit, sagte Cosima Ingenschay, EVG-Vorstandsmitglied und -Bundesgeschäftsführerin, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). „Es ist längst erwiesen, dass Vielfalt in Vorständen, Führungsebenen und der Belegschaft wirtschaftlich stärkt.“

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor berichtet, die Bahn sperre sich gegen Pläne der Regierung zur Frauenförderung. Das Nachrichtenmagazin zitierte aus einem Schriftwechsel des Konzerns mit mehreren Bundesministerien. Demnach warnte die Bahn vor hohen Kosten durch zusätzliche Gleichstellungsbeauftragte und vor Schwierigkeiten, Fachkräfte in technisch-operativen Berufen zu finden.

Eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums teilte mit, der Sachverhalt sei zutreffend dargestellt. Die Bahn sprach dagegen von einer unzutreffenden und irreführenden Berichterstattung. Ingenschay zeigte sich „schockiert“ über die Haltung bei der Bahn zu dem Thema.

Firmen ab einer bestimmten Größe müssen bereits seit 2016 frei werdende Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis mindestens ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht ist. Vorgaben für Vorstände gibt es bisher nicht. Familienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) hatten dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt. Dagegen gibt es aber Widerstand in der Union.

Die Deutsche Bahn bekenne sich ausdrücklich zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern und damit zu der Initiative der Bundesregierung, hatte eine Sprecherin am Freitag gesagt. Zugleich machte sie deutlich: „Die Deutsche Bahn hält neue bürokratische Hürden und dadurch entstehende Wettbewerbsnachteile für nicht zielführend.“ Um eine einvernehmliche Lösung zu erarbeiten, sei man in einem engen Austausch mit den verantwortlichen Ministerien. Den Frauenanteil in Führungspositionen zu steigern, sei ein zentrales Anliegen des Konzernvorstands.

Ingenschay sagte, die Deutsche Bahn sollte gerade als Staatsunternehmen mit gutem Beispiel vorangehen und mehr Frauen in die vordersten Reihen stellen. „Leider erleben wir gerade, dass sich erst etwas bewegt, wenn eine Quote gesetzlich gefordert wird.“

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