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Glücksspiel Sportwettanbieter gibt Filialgeschäft auf – Kritik an Politik

Admiral Sportwetten gibt das stationäre Geschäft auf. Neben der Coronakrise nennt das Unternehmen auch die deutsche Glücksspielregulierung als Grund.

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Die Länder planen einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Quelle: AP

Verbunden mit Kritik an der Politik zieht sich der deutsche Sportwettanbieter Admiral Sportwetten aus dem stationären Markt zurück und gibt sein Filialgeschäft auf. Das Unternehmen begründet dies neben herben Einbußen in der Coronakrise auch mit einer gescheiterten deutschen Glücksspielregulierung.

Die Firma hat ihren Sitz in Rellingen (Schleswig-Holstein) und ist ein Tochterunternehmen von Löwen Entertainment, einem Hersteller und Betreiber von Geldspielgeräten. Mit dem Schritt gebe einer der wenigen legalen privaten Sportwettanbieter mit Firmensitz in Deutschland sein Filialgeschäft auf, teilte die Firma der Deutschen Presse-Agentur mit.

Aufgrund der Vorgaben von Bund und Ländern zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie seien die bundesweit 17 Sportwettshops seit Mitte März bereits geschlossen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Die Läden sollten auch nach einer Lockerung der Beschränkungen nicht mehr wiedereröffnet werden. Branchenweit lägen die Umsatzeinbußen durch die Schließungen und die Absagen nahezu aller Sportveranstaltungen bei mehr als 95 Prozent.

Laut Firma waren 2014 im Rahmen eines zweistufigen Prüfverfahrens drei Jahre nach Verabschiedung des Glücksspielstaatsvertrages 20 Konzessionen vergeben worden. Admiral Sportwetten habe als einer der wenigen privaten Anbieter mit Sitz in Deutschland eine dieser Lizenzen erhalten.

Schon damals aber galt das Verfahren laut Firma als rechtlich unsicher und sei schließlich nach mehreren Klagen nichtlizenzierter Anbieter gescheitert, woraufhin sich der Graumarkt verstetigt habe.

Erst nach einer ausgesprochenen staatlichen Duldung habe sich Admiral Sportwetten entschlossen, Ende 2017 in das deutsche Sportwettgeschäft einzusteigen. Auch ein weiteres Lizenzverfahren nach Verabschiedung von Änderungen am Staatsvertrag aber sei im April gerichtlich gestoppt worden. Damit fehle es weiter an Rechtssicherheit, so Daniel Henzgen, Mitglied der Geschäftsleitung von Löwen Entertainment.

Die Länder planen einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Dieser sieht vor, dass künftig unter Auflagen Glücksspiele im Internet wie Online-Poker oder Online-Casinos in ganz Deutschland erlaubt werden sollen.

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