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Greenpeace "Ein, zwei Jahre, dann ist das Tempolimit da"

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Fonds für Urwälder, Braunkohle in Deutschland als Umweltthema

Der Klimawandel wird in den kommenden Jahren das wichtigste Thema sein. Was hat Greenpeace hier vor?

Hipp: Die Abholzung der Wälder muss gestoppt werden. Wir müssen ein System entwickeln, um die Lasten des Klimaschutzes sozial gerecht zu verteilen.

Wie soll das gehen?

Hipp: Wir benötigen einen Fonds, um die letzten Urwälder zu erhalten. Es kann nicht sein, dass wir hier jahrzehntelang unsere Landschaften ausbeuten und jetzt von den Nationen, die noch natürliche Lebensräume haben, verlangen sie nicht zu verletzen. Die finanzielle Last für den Schutz der Wälder müssen wir alle tragen. Das ist einer der wichtigsten Punkte. Wir müssen hier endlich etwas tun. So wie am Amazonas eingeschlagen wird, brauchen wir allenfalls noch zehn bis fünfzehn Jahre bis die Urwälder weg sind.

Welche wichtigen Projekte gibt es in Deutschland?

Behrens: Hier wird der Braunkohleabbau ein wichtiges Thema sein. Wenn in der Lausitz die neuen Tagebau-Gebiete genehmigt werden, können wir das auch von der Bundesregierung avisierte Ziel vergessen, den CO2-Ausstoß um 30 bis 40 Prozent bis 2020 zu reduzieren.

"Arbeitsplätze werden im regenerativen Sektor geschaffen"

Wie wollen Sie sich durchsetzen? Wenn die Politiker zwischen Arbeitsplätzen und Klimaschutz entscheiden müssen, ist klar, wie die Entscheidung ausfällt.

Hipp: Ich denke, dass die Finanzkrise dazu beigetragen hat, dass die Menschen erkennen, wie wichtig nachhaltiges Wirtschaften ist.

Aber gerade in einer Krise stehen doch die Arbeitsplätze ganz oben.

Hipp: Die dürfen auch ganz oben stehen. Die Frage ist nur wo sie geschaffen werden. Ich glaube sie werden im regenerativen Sektor geschaffen und dort wo es um Technologien zur Energieeinsparung geht. Und eben nicht in der Kohle- oder der Nuklearindustrie. Das ärgert mich, dass immer der Konflikt aufgetan wird Umweltschutz contra Arbeitsplätze. Das Gegenteil ist der Fall. Hätten Daimler, BMW und Co. vor zehn Jahren auf uns gehört und sich mit der Technologie eines Drei-Liter-Autos beschäftigt, das wir mit unseren beschränkten Mitteln immerhin gebaut haben, hätten wir heute eine stabilere Autoindustrie. Jetzt werden die Konzerne überrollt von Autos aus Indien und China. Es hätte nicht so weit kommen müssen.

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