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Großprojekte "Risiken werden unterschätzt"

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Deutschland muss realistisch kalkulieren

Das hätte aber zur Folge, dass die Kosten ehrlicher berechnet werden?

Richtig. Nur durch gute Planung lassen sich auch gute Ausschreibungen organisieren. Dann gewinnt nicht immer der billigste, sondern der, der die Anforderungen am besten erfüllt. Ich habe früher für Strabag gearbeitet. Wir sollten für das Hotel Adlon hochwertige Badezimmer bauen. Am Ende gab es Ärger, denn was ist schon "hochwertig"? So etwas muss klar definiert sein.

Die Energiewende bringt die nächsten Großprojekte. Wird es den gleichen Ärger geben?

Der Bau von Stromleitungen ist eher eine politische Entscheidung. Die Masten sind bautechnisch keine große Herausforderung. Bei den Umspannwerken wird es aber sicher Klärungsbedarf geben.

Großbritannien hatte auch seine Fiasko-Projekte. Es ist also nicht alles besser als in Deutschland, oder?

Auch in England lief einiges schief. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke "Highspeed 1" vom Ärmelkanal nach London wurde deutlich teurer. Der Umbau des Wembley-Stadions ebenfalls. Auch hier waren die Preise anfangs politisch. Aber inzwischen kalkuliert und baut die öffentliche Hand in Großbritannien deutlich realistischer.

Sie sitzen in der "Reformkommission Großprojekte" des deutschen Bundesbauministeriums. Glauben Sie wirklich an einen mentalen Durchbruch?

Ich habe das Gefühl, dass sich die Beteiligten einig sind. In Deutschland wird künftig realistischer gebaut. Die Projekte werden zwar dadurch nicht preiswerter, aber den Steuerzahlern wird reiner Wein eingeschenkt.

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