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Grünen-Fraktionschefin Renate Künast "Schwarzes Loch"

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Was machen die Grünen, wenn der Ausstieg vom Ausstieg kommt?

Ich sehe mit dem Regierungswechsel zu Rot-Grün in NRW für einen Ausstieg aus dem Atomausstieg keine Mehrheit im Bundesrat. Wer versucht, die Länder in dieser Frage auszutricksen, wird uns in Karlsruhe treffen. Die von Schwarz-Gelb geplante Zugabe bei den Atomlaufzeiten ist nichts anderes als Marktbereinigung zugunsten der vier Atomkonzerne, zulasten der Erneuerbaren und der Stadtwerke. Wir Grünen sind Teil der Anti-Atombewegung und stehen auf der Seite der Stadtwerke. Wir werden uns sowohl an den für Herbst geplanten Demonstrationen als auch an Kampagnen zum Wechsel des Stromanbieters beteiligen.

Die Energiebranche klagt über Widerstand selbst gegen alternative Projekte.

In einer Demokratie engagieren sich Bürger und stellen Fragen. Das sollten wir begrüßen. Wenn es Probleme gibt, sollte man sich die Mühe machen, für seine guten Projekte zu werben und die Menschen zu überzeugen. Aber viele Konzerne haben ihren Ruf längst ruiniert.

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    Ist das Ihr Angebot: Sprecht mit uns, dann geben wir dem Windspargel unseren Segen?

    Das muss jeweils vor Ort geklärt und geleistet werden. Aber alles hängt von Respekt, Kommunikation und sinnvollen Gesamtkonzepten ab, die verstanden werden. Es gibt nicht nur Widerstand, sondern auch genug Kommunen, die sich das Aufstellen von Windrädern gut überlegt haben. Am Ende muss nicht jeder von einem Windrad oder einer Stromleitung begeistert sein, aber die Mehrheit muss zu den Entscheidungen stehen.

    Die Mehrheit hat Parteien gewählt, die längere Atomlaufzeiten wollen.

    Weil sie derzeit keine Gelegenheit haben, in der Sache abzustimmen. In allen Umfragen gibt es große Mehrheiten für den Atomausstieg. Ich kenne im Übrigen keine Bürgerbewegung, die sagt: Baut bitte bei uns ein Atommülllager. Selbst die größten Befürworter einer Laufzeitverlängerung in Bayern oder Baden-Württemberg wollen den Atommüll überall haben, nur nicht bei sich. Es gibt dafür einen Begriff aus der Psychiatrie: angewandtes Spaltungsirresein.

    Klingt wie eine Beschreibung der schwarz-gelben Koalition.

    Das haben Sie gesagt.

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