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Güterverkehr Fehlende Gleisanschlüsse: Grüne kritisierten DB Schenker

Die Grünen werfen Schenker vor, nicht ausreichend Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Quelle: dpa

Die Bahn kaufte den Logistikkonzern Schenker einst, um Straße und Schiene besser zu vernetzen. Jetzt zeigt eine Anfrage der Grünen: Viele Schenker-Standorte haben gar keinen Gleisanschluss.

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Die Bahn-Logistiktochter DB Schenker hat in den vergangenen zehn Jahren in zwölf Terminals für den klassischen Lkw-Verkehr investiert – aber keines davon verfügt über einen Gleisanschluss. Die Grünen werfen Schenker daher vor, nicht ausreichend Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Schenker ist und bleibt ein straßenaffiner Logistikkonzern“, kritisiert Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen. Weshalb er weiter unter dem Dach der Deutschen Bahn verbleiben solle, bleibe ein Rätsel.
„Wir wollen, dass die Bahn alles daran setzt, den Schienengüterverkehr zu stärken“, so Gastel weiter. Dazu leiste Schenker keinen Beitrag.

Nicht nur die Grünen, sondern auch die FDP fordern deshalb von Bahnchef Richard Lutz schon seit längerem, über einen Verkauf von Schenker nachzudenken. Lutz allerdings will davon nichts wissen. „Der Güterverkehr hat seine Zukunft in der Vernetzung Schiene/Straße“, begründete er im Januar seine Pläne, an Schenker festzuhalten. Auch die Logistiktochter selbst weist Gastels Vorwürfe zurück. Man biete „ein breites Spektrum multimodaler Lösungen“, erklärte ein Sprecher. Und man arbeite gut mit DB Cargo zusammen, der Schienengüterverkehrstochter der Bahn.

Die Gleisanschlüsse sind nicht das einzige, was die Grünen bei Schenker derzeit als deutlich ausbaufähig betrachten. Ein zweiter Kritikpunkt zielt auf die Fahrzeugflotte des Konzern. Von den 3000 eigenen Lkw der DB Schenker haben nur 448 einen Abbiegeassistenten. Anders ausgedrückt: 85 Prozent verfügen nicht über die Technik, die dabei helfen soll, Abbiege-Unfälle etwa mit Radfahrern oder Fußgängern möglichst zu vermeiden. Das ergab eine Anfrage des Haushaltspolitikers Sven-Christian Kindler bei der Bundesregierung.

Kindler sieht die Schuld dafür nicht nur bei der Bahn-Tochter selbst, sondern auch beim Bundesverkehrsminister. „Auf PR-Terminen feiert sich Andreas Scheuer für jeden Lkw mit Abbiegeassistenten, den sein Ministerium gefördert hat“, kritisiert Kindler. „Aber wenn es um die bundeseigenen Unternehmen geht, dann duckt sich der verantwortliche Minister weg.“ Der CSU-Politiker müsse jetzt schleunigst dafür sorgen, dass alle Lkw von DB Schenker mit Abbiegeassistenzsystemen ausgerüstet würden.

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