#gutezeitenfürgutepflege CDU-Verhandler erntet Sturm der Entrüstung

Der CDU-Abgeordnete Erwin Rüddel hat seinen Tweet zur Pflegepolitik geradegerückt. Zuvor musste der Politiker massive Anfeindungen im Netz hinnehmen.

Die Situation in der Pflege war eines der zentralen Themen im Wahlkampf. Quelle: dpa

BerlinNach einem Sturm der Entrüstung auf Twitter hat der CDU-Abgeordnete Erwin Rüddel (62) eine Kurznachricht zur Situation der Pflege geradegerückt. „Mein Tweet sollte keine Anschuldigung gegenüber den Pflegekräften sein, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass wir den Herausforderungen in der Pflege nur gemeinsam begegnen können“, betonte Rüddel am Dienstag in einer Mitteilung, die er auch im Kurznachrichtendienst verbreitete. Doch die Kritik hielt an.

Für Aufregung hatte folgender Tweet des neuen Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses gesorgt: „#Deal: Politik handelt konsequent und #Pflegende fangen an, gut über die #Pflege zu reden. Dann kommen viele wieder in die Pflege zurück und es beginnen #gutezeitenfürgutepflege“. Vor allem Pflegekräfte und Angehörige zeigten sich unter dem Hashtag #twitternwierueddel empört, schilderten teils extreme Situationen aus dem Pflegealltag - und reagierten auch auf Rüddels erläuternde Mitteilung enttäuscht.

So wurde Rüddel geantwortet: „Sie labern und wir schuften, schwerer als Bauarbeiter, für weniger Geld. Oder was haben Sie gemeint? Pflege kostet Geld oder Leben. Nicht nur von Alten!“ Eine andere Frau twitterte: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das erlebe: Ich finde Verstorbene in den Zimmern, immer wieder. Keiner bekommt es mit. Es ist zu viel Arbeit. Das ist grässlich.“ Bedauert wurde: „Noch nicht mal ein „Sorry“ oder „Entschuldigung“ für den inakzeptablen Tweet!“

Rüddel war selbst 16 Jahre lang Geschäftsführer einer Senioren-Residenz, bevor er 2009 in den Bundestag einzog. Hier war er in den vergangenen vier Jahren Berichterstatter der Unionsfraktion für Pflege. Bei den Koalitionsverhandlungen saß er in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege. Union und SPD wollen 8000 neue Fachkräfte sofort und eine konzertierte Aktion mit einer Ausbildungsoffensive und Anreizen für mehr Vollzeit für mehr Pfleger.

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