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Hackerangriffe Interpol-Chef Jürgen Stock warnt vor „rasant steigender Cyberkriminalität“

Exklusiv
Gefälschte Impfstoffe werden im Netz ebenso angeboten wie gefakte Zertifikate von Corona-Tests. Quelle: dpa

Nach den Hackerattacken auf Microsoft warnt Interpol-Chef Jürgen Stock vor einer Zunahme der Cyberkriminalität in der Coronakrise. Der WirtschaftsWoche sagte er, dass er niemals zuvor eine solche Situation erlebt habe.

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Interpol-Chef Jürgen Stock warnt vor einer Zunahme der Cyberkriminalität während der Coronakrise. „Cyberkriminalität hat sich zur Parallel-Pandemie entwickelt. Niemals zuvor in meiner Polizeikarriere habe ich eine solch dynamische Situation erlebt: Eine Welle Covid-19-spezifischer Straftaten folgt dem Virus um die Welt.

Wie die Taten begangen werden, ist nicht neu – wohl aber die Dimension, wie blitzschnell sie ausgerichtet werden auf die pandemieverursachte Verwundbarkeit von Menschen und Institutionen in einer vernetzten Welt“, schreibt Stock in einem nach der Hackerattacke auf Microsoft Exchange erschienenen Gastbeitrag in der „WirtschaftsWoche“.

Gefälschte Impfstoffe würden im Netz ebenso angeboten wie gefakte Zertifikate von Corona-Tests. Computernetze von Kliniken, Schulen, Rathäusern und anderen Kritischen Infrastrukturen, die wegen der Pandemie unter Druck stehen, könnten mit so genannter Ransomware ausgeschaltet werden.

Die vierte industrielle Revolution und das „Internet der Dinge“ sowie Millionen mobile Rechner, die aus den Homeoffices ins Büro verbunden werden, „schaffen nie dagewesene Tatgelegenheiten für sich weiter professionalisierende und spezialisierende Täter, die sich über Foren entsprechend ihrer Expertise lose und weitgehend anonym verbinden. Für sie ist die Welt ein grenzenloser kriminalgeographischer Raum. Ihre Ziele verlagern sich eindeutig hin zu Großunternehmen, Regierungen, Kritischen Infrastrukturen“, warnt Stock: „Cyberkriminalität wird weiter rasant ansteigen.“

Stock forderte zur Bekämpfung der Cyberkriminalität eine engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Da Cyberkriminalität „eine globale Bedrohung darstellt, muss ein effektives weltweites, mit regionalen und nationalen Strukturen komplementär verbundenes Frühwarnsystem geschaffen werden, bei dem Wirtschaft und Strafverfolgungsbehörden in stärker institutionalisierter Form kooperieren“, betont Stock.

Mehr zum Thema: Cyberkriminelle nutzen die Verwundbarkeit von Menschen und Institutionen in der Coronakrise. Wirtschaft und Sicherheitsbehörden müssen besser kooperieren. Ein Gastbeitrag.

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