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Handwerk Nur 909 weibliche Flüchtlinge machen eine Lehre

Exklusiv
 Die Staatsministerin für Integration Annette Widmann-Mauz sieht das Problem in fehlenden Beratungsangeboten. Diese sollen ausgebaut werden. Quelle: imago images

Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zeigen: Geflüchtete Frauen finden nur schlecht den Einstieg in eine Lehre. Angebote zur Berufsorientierung könnten helfen, das Problem zu lösen.

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Weniger als 1000 nach Deutschland geflüchtete Frauen machen aktuell eine Lehre. Das berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Danach machen aktuell 17.771 geflüchtete Männer eine Ausbildung, aber nur 909 Frauen. Knapp zwei Drittel der Schutzsuchenden mit Bleiberecht in Deutschland sind männlich, mehr als ein Drittel Frauen.

Zum Handwerk zählen auch Gesundheits- und Körperpflegeberufe mit einem traditionell hohen Frauenanteil: etwa Friseurinnen oder Physiotherapeutinnen. Insgesamt ist jeder vierte Lehrling im Handwerk weiblich. Die Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt, Annette Widmann-Mauz (CDU), sagte unserer Redaktion: „Wir brauchen Beratungsangebote vor Ort, die sich speziell an Frauen richten. Und ihre mitgebrachten Qualifikationen müssen schneller erkannt und genutzt werden.“ Sie habe dafür mit der Bundesagentur für Arbeit bereits eine Vereinbarung geschlossen.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen, die zu uns kommen, noch besser beruflich und gesellschaftlich Fuß fassen können.“ Sonst gelinge die Integration schlecht. „Sie haben es im Vergleich zu Männern noch deutlich schwerer beim Übergang in Ausbildung oder Arbeit,“ so Widmann-Mauz.

„Geflüchtete finden häufig über die Zeitarbeit den Weg in die Beschäftigung, gute Chancen haben sie auch bei Dienstleistungen in den Bereichen Reinigung, Hausmeisterdienste, Gärtnertätigkeiten sowie im Gastgewerbe“, sagte Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Der DIHK geht davon aus, „dass Frauen vielfach Familienaufgaben wahrnehmen“. Ihnen solle vor allem durch Angebote für eine Berufsorientierung Hilfe angeboten werden, sagt Dercks. „Denn oftmals kennen sie die vielen Berufsmöglichkeiten nicht.“ Auch eine Teilzeitausbildung könne gerade den Müttern helfen.

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