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Heron TP Bundeswehr bekommt erstmals bewaffnungsfähige Drohnen

Bislang hat die Bundeswehr nur das unbewaffnete Vorgängermodell Heron 1 eingesetzt. Mit der Heron TP ändert sich das jetzt.

Die Fluggeräte des Modells Heron TP werden vom israelischen Hersteller IAI angemietet. Quelle: Reuters

BerlinDie Bundeswehr erhält für rund eine Milliarde Euro erstmals bewaffnungsfähige Drohnen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab am Mittwoch grünes Licht für die Anmietung von fünf Fluggeräten des Typs Heron TP vom israelischen Hersteller IAI, wie aus Kreisen des Ausschusses verlautete. Die Wartung übernimmt Airbus.

Außerhalb des Einsatzes sollen die Drohnen in Israel stationiert werden. Für den Einsatz in einer ersten Mission würden weitere 100 Millionen Euro fällig, für eine zweite noch einmal 210 Millionen. Bisher nutzt die Bundeswehr in Afghanistan und Mali das Vorgängermodell Heron 1, das nicht bewaffnet werden kann.

Über die Beschaffung von Munition und Ausbildung deutscher Soldaten für den Einsatz der Waffen soll erst später entschieden werden. Unbewaffnet kann die Drohne wie schon Heron 1 Aufklärungseinsätze fliegen. In der vergangenen Legislaturperiode war die Beschaffung von Heron TP überraschend am Widerstand der SPD gescheitert. TP ist als Übergangslösung gedacht, bis frühestens 2025 europäische Drohnen einsatzbereit sein sollen. Der Vertrag für Heron TP soll bis 2027 laufen.

„Mit dieser Entscheidung machen wir einen Quantensprung im Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge“, sagte Luftwaffen- Inspekteur Ingo Gerhartz. „Mit der weitaus besseren Aufklärungssensorik und der gleichzeitig längeren Stehzeit in der Luft können wir den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz wesentlich verbessern.“ Heron TP kann nach offiziellen Angaben doppelt so lange in der Luft bleiben wie das Vorgängermodell, das bereits über 24 Stunden Stehzeit schafft.

Der US-Konzern General Atomics, der das Konkurrenzmodell Predator B baut, hatte vergeblich gegen die Entscheidung des deutschen Verteidigungsministeriums für Heron TP geklagt. Das Ministerium begründete seinen Entschluss damit, dass Israel bereit sei, der Bundeswehr tiefen Einblick in die technischen Daten des Geräts zu gewähren.

Predator B wäre dagegen mit einer sogenannten Black Box geliefert worden, in die die Deutschen nicht hätten hineinschauen können. Zudem arbeite die Bundeswehr seit Jahren mit dem Vorgängermodell Heron, was die Umstellung erleichtere.

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