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Höhere Grunderwerbsteuer Die Länder sind gierig, Familien müssen leiden

Auch Nordrhein-Westfalen erhöht die Grunderwerbsteuer - auf 6,5 Prozent. Getroffen werden vor allem junge Familien.

Wo der Staat willkürlich abkassiert
Biersommeliers begutachten verschiedene Biere Quelle: dpa
Kaffeebohnen Quelle: dpa
Ein Kino in Hamburg Quelle: dpa
Ein Hirsch Quelle: dpa
Eine Disco in Stuttgart Quelle: dpa
Ein Pferderennen Quelle: dpa
Ein Mann sitzt in einer Kneipe Quelle: dpa

Nun hat auch die rot-grüne Koalition im Düsseldorfer Landtag beschlossen, die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2015 wieder zu erhöhen - und zwar von 5,0 auf 6,5 Prozent. Auch das Saarland geht zum Jahreswechsel auf 6,5 Prozent, Schleswig-Holstein ist schon dort angekommen.

Allein Bayern und Sachsen verlangen beim Immobilienkauf nur 3,5 Prozent – so hoch lag der Satz 2006, als die Grunderwerbsteuer noch bundeseinheitlich festgelegt war.

Seit die Bundesländer die ihnen zustehende Steuer selbst bestimmen dürfen, haben die meisten davon Gebrauch gemacht - zum Teil exzessiv. Wehren können sich die Bürger nicht dagegen. Wer sich ein Häuschen oder eine Wohnung in Berlin oder Köln kaufen möchte, der kann ja schlechterdings nach Leipzig oder Nürnberg ausweichen. Immobilien heißen nicht umsonst so.

Grunderwerbsteuersätze der Länder

Für klamme Länderfinanzminister ist die Grunderwerbsteuer auch aus anderen Gründen eine Versuchung. Sie bringt einiges an Geld in die Kasse – im vorigen Jahr waren es insgesamt mehr als acht Milliarden Euro, und an den meisten anderen Steuerschrauben können sie nicht drehen.

Und man suggeriert, damit Immobilienspekulanten zu treffen, die massenweise Häuser an- und verkaufen - und dabei die Mieten für die armen Bewohner in die Höhe treiben. Das ist in den meisten Fällen jedoch ausgemachter Propaganda-Quatsch.

Denn getroffen werden durch die Steuer vor allem Familien, die sich unter immensen finanziellen Opfern den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchten. Und davon gibt es in Deutschland bei einer Eigenheim-Quote von gerade mal 44 Prozent mehr als genug Betroffene.

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Zusammen mit den Notar- und Maklergebühren und dem Eintrag ins Grundbuch kommen so Nebenkosten von bis zu 15 Prozent auf die Käufer zu, die sie zusätzlich zum eigentlichen Immobilienpreis berappen müssen. Aber offenbar ist das den regierenden Steuererhöhern egal.

Vielleicht schielen die Politiker ja auf die Mehrheit der Schon-Eigentümer und der Lieber-zur-Miete-Wohnenden. Da ist es dann wahltaktisch nicht so schlimm, wenn man eine Minderheit schröpft.

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