Ifo-Geschäftsklimaindex Deutsche Wirtschaft will von Krise nichts wissen

Zinswende, China-Crash und Griechenland-Hickhack: Die Sorgen um die Weltkonjunktur nehmen zu – nicht aber in der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmen bleiben überraschend positiv gestimmt.

Hans-Werner Sinn Quelle: dpa

Die Börsen sind nervös, erste Medien spekulieren über einen Crash an den Finanzmärkten und einem Einbruch der Konjunktur. Viele Volkswirte hatten deshalb auch mit verstärkten Sorgen der deutschen Wirtschaft gerechnet. Doch von getrübter Stimmung keine Spur: Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat sich im Juli überraschend verbessert, von 107,5 auf 108,0 Punkte.

„Die vorläufige Entspannung bei der Griechenland-Frage trägt zur Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft bei“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die befragten Unternehmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Aussichten im nächsten halben Jahr besser. Der Indikator für die Geschäftslage stieg deutlich von 113,1 auf 113,9 Punkte.

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Der Indikator für die Geschäftserwartungen in den kommenden Monaten legte leicht zu von 102,1 auf 102,4 Punkte. Der Ifo-Index gilt als Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Bauwirtschaft ermittelt.

Trotz der Griechenland-Krise und der Flaute in großen Schwellenländern hatten die deutschen Exporteure zuletzt ihre Ausfuhren den vierten Monat in Folge gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt hatte zu Jahresbeginn um 0,3 Prozent zugelegt. Die Daten für das zweite Quartal wird das Statistische Bundesamt am 14. August veröffentlichen.

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Kurzum: Gefahren für die Wirtschaft bleiben, Panik ist aber nicht angebracht. Sollte die erwartete Zinswende in den USA zu schnell vollzogen werden, könnten einigen Schwellenländern ihre Schulden über den Kopf wachsen – und Wachstum abwürgen. Wahrscheinlicher aber ist, dass die US-Notenbank FED bedächtig die Zinsen anhebt und Verwerfungen vermeidet. Da die Griechenland-Debatte hat längst ihren Schrecken für die Konjunktur verloren hat, bleiben – insbesondere für deutsche Exporteure – als einziger größerer Unsicherheitsfaktor die gedämpften Wachstumsaussichten in China.

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