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Impfpass verloren Was tun, wenn der Impfpass verschollen ist?

Was tun, wenn der Impfpass verloren wurde? Quelle: dpa

Fast 36 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus wurden in Deutschland bereits verimpft. Viele Menschen warten jedoch noch auf einen Impftermin. Sobald dieser ansteht, stellen viele fest, dass sie ihren Impfpass verloren haben. Was ist zu tun, wenn der nicht mehr aufzufinden ist?

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Seit etwas mehr als fünf Monaten kann sich die Bevölkerung in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen. Während die Impfkampagne zu Beginn noch recht schleppend verlief, erhält die Bundesrepublik inzwischen immer mehr Corona-Impfstoff. Deshalb nimmt auch das Tempo bei den Impfungen an Fahrt auf. Bis zum 11. Mai 2021 wurden etwa 35,7 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht, somit haben rund ein Drittel der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten.

Doch noch immer warten zahlreiche Menschen auf einen Termin für die Spritze. Um Impfungen zu dokumentieren, besitzt jeder Bürger einen gelben Impfausweis. Doch was ist zu tun, wenn dieser verloren gegangen ist?

Muss der Impfpass vor der Corona-Impfung vorliegen?

Grundsätzlich ist eine Corona-Impfung auch möglich, wenn der Impfpass nicht vorliegt. Denn dann stellen die Impfzentren in der Regel eine Bescheinigung aus, die diese dokumentiert. Ein entsprechendes Ersatzformular können Betroffene im Internet einsehen. In einigen Impfzentren und in Hausarztpraxen ist es zudem möglich, sich einen neuen internationalen Impfpass ausstellen zu lassen – und das sogar kostenlos.

Notwendig dafür ist, dass ein gültiger Personalausweis und die Krankenkassenkarte vorliegen. Gleiches gilt auch, wenn ein neuer Impfpass in einem Impfzentrum ausgestellt wird. Dort sollte zusätzlich die Terminbestätigung vorliegen.

Prinzipiell können auch Apotheken neue Blanko-Impfausweise ausstellen. Ausfüllen dürfen Apotheker die Impfpässe jedoch nicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte indessen bereits an, dass sie hingegen Corona-Impfungen zukünftig digital eintragen dürfen.

Wie lassen sich frühere Impfungen nachvollziehen?

Zum einen besteht die Möglichkeit, Informationen über vergangene Impfungen bei den entsprechenden Ärzten einzuholen. In der Regel müssen sie diese Daten mindestens zehn Jahre lang aufbewahren. Solche Impfungen könnten Ärzte somit problemlos in den neuen Impfpass übertragen.

Liegen einige Immunisierungen mehr als zehn Jahre zurück und können somit nicht mehr nachvollzogen werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die entsprechenden Impfungen als nicht durchgeführt anzunehmen und diese nachzuholen.

Hat der Impfpass eine Gültigkeitsdauer?

Grundsätzlich hat der Impfpass kein Verfallsdatum. Ältere Dokumente, beispielweise aus der DDR, entsprechen allerdings häufig nicht den internationalen Standards. Gültig sind sie zwar trotzdem, allerdings könnten einige Länder sie bei der Einreise nicht anerkennen 

Diverse Staaten verlangen bei der Einreise einen Nachweis über bestimmte Impfungen. Um Probleme bei internationalen Reisen zu vermeiden, können auch ältere Impfpässe bei den Hausärzten gegen neue, den internationalen Standards der WHO entsprechende, Impfausweise eingetauscht werden. Die bereits dokumentierten Impfungen überträgt der Hausarzt dann in den neuen Pass.

Digitaler Impfpass: Ab wann?

Ergänzend zum gelben Impfpass plant die EU für Corona-Impfungen einen digitalen Impfpass einzuführen. Bürger können mit diesem ab Mitte bis Ende des zweiten Quartals rechnen.

Eine entsprechende App wird allerdings teils kritisch gesehen. Weil ein Nachweis im gelben Impfpass leicht zu fälschen sei, sei auch der darauf basierende digitale Impfnachweis nicht vor Betrug sicher.

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Impfpass kaufen: Immer mehr Betrugsfälle

Immer häufiger werden Betrugsfälle im Zusammenhang mit gefälschten Impfnachweisen aufgedeckt. Betrüger beziehen die Informationen zu den Corona-Impfungen oftmals aus dem Internet. Anschließend verkaufen sie mit diesen Daten gefälschte Impfpässe mit Unterschrift, Arztstempel und Impfaufklebern. 

Die Regierung warnt die Bürger deshalb eindringlich davor, Fotos des Impfausweises nach einer Corona-Impfung in den sozialen Medien zu teilen.  

Mehr zum Thema: Ab wann der digitale Impfpass mehr Reisefreiheit bringt.

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