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Impfpriorisierung Hausärzte-Chef will jüngere Altersgruppen bei Corona-Impfungen vorziehen

Exklusiv
Quelle: dpa

Der Chef des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt fordert im Kampf gegen Corona eine Änderung in der Impfreihenfolge. Was dahintersteckt.

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Der Chef des Hausärzteverbands fordert eine Änderung in der Impfreihenfolge.

„Wir müssen uns schnell darüber Gedanken machen, wie wir mit den 6- bis 16-jährigen Kindern und Jugendlichen umgehen. Sie sind die mobilste Altersgruppe, haben die meisten Kontakte – sollen bisher aber als letzte geimpft werden. Das ergibt keinen Sinn, gerade auch mit Blick auf die aktuelle Zunahme der Infektionen in den Kitas und Schulen“, sagte Ulrich Weigeldt der WirtschaftsWoche. „Deshalb sollte die jüngste Altersgruppe vorgezogen werden, beispielsweise vor den 50- bis 60-Jährigen, denen es nicht so viel ausmachen dürfte, sich noch etwas länger einzuschränken und Couch-Potato zu sein“, erklärte Weigeldt.

Zwar müsste der Impfstoff für Kinder und Jugendliche „erst mit der gebotenen Sorgfalt geprüft und zugelassen sein“, aber die ersten Studien würden bereits laufen. „Ich rechne mit einer früheren Zulassung als 2022“, sagte Weigeldt. „Der Kindernotruf verzeichnet 30 Prozent mehr Anrufe als vor der Pandemie, die Kinder leiden unter den Schulschließungen. Deshalb sollten wir die Debatte um die Priorisierung nicht erst dann führen, wenn die Studien durch sind, sondern vorbereitet sein. Ich gehe auch davon aus, dass der Ethikrat sich positiv zu einer solchen Debatte äußern wird.“

Die Hausärzte sind seit Anfang April in die Impfkampagne eingebunden. Die erste Bilanz nach zwei Woche sei „hervorragend“, sagte Weigeldt. Allerdings sollten die Hausärzte alle verfügbaren und zugelassenen Impfstoffe verimpfen können, bisher werden sie nur mit Biontech und AstraZeneca beliefert. „Dadurch können wir Tempo machen, denn wir Hausärzte können durch den engen Kontakt mit den Patienten sehr gut zuordnen, welcher Impfstoff für wen geeignet ist“, sagte Weigeldt mit Blick auf die Skepsis gegenüber AstraZeneca.

„Ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis, dazu weitaus größere Impfstoffmengen als bisher – auf diese Weise können wir den Turbo zünden“, sagte Weigeldt. „Wir dürfen auch keine Zeit verlieren, denn je mehr Menschen geimpft sind, desto größer wird womöglich auch die Impfmüdigkeit bei den Nicht-Geimpften. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Impffreudigkeit dadurch gestärkt wird, dass Geimpfte wieder schnell ihre Freiheiten zurückgewinnen.“

Mehr zum Thema: Seit gut zwei Wochen impfen die Hausärzte gegen das Coronavirus. Ulrich Weigeldt, Chef des Hausärzteverbandes, zieht eine erste Bilanz – und erklärt, warum er jüngere Altersgruppen bei den Impfungen vorziehen will. Das ganze Interview lesen Sie hier.

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