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In eigener Sache Essay-Preis: Tolle Texte, klasse Wettbewerb!

Die Gewinner des Essaypreises von Hertie-Stiftung und WirtschaftsWoche stehen fest. Quelle: Marcel Stahn

Moral als Ware, das Wesen der Warteschlange und die Kapitalisierung des „Purpose“ – die Gewinner des Essaypreises von Hertie-Stiftung und WirtschaftsWoche stehen fest. Wir gratulieren Florian Eichel, Rachel Balmer, Carsten Lotz sowie Elisabeth von Thadden – und wünschen erkenntnisreichen Spaß beim Lesen!

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Das Coronavirus und der Klimawandel, die Finanzkrise und die „Herausforderung China“, der Plattformkapitalismus und die Staatsverschuldung – an Stresstests für die komplizierte Beziehung zwischen Demokratie und Wirtschaft mangelt es nicht. Können Staaten in dieser Lage (noch) die „Gesetze des Marktes“ bestimmen – und inwiefern sollten sie es? Diese und andere Fragen standen im Zentrum des Essaypreises „Demokratie und Wirtschaft“, den die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die WirtschaftsWoche 2021 zum zweiten Mal ausgelobt haben. Jetzt stehen die Preisträger fest.

Der Preis richtet sich an Journalistinnen und Journalisten, vor allem aber an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Menschen aus NGOs und Think-Tanks, in Unternehmen oder Gewerkschaften. Eine Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft – Judith Borowski (NOMOS Glashütte), Laura Krause (More in Common), Professor Michael Hüther (Institut der deutschen Wirtschaft), Professor Phillip Manow (Universität Bremen), Rainer Neske (Landesbank Baden-Württemberg) – hat aus deutlich mehr als 100 Einsendungen die besten Arbeiten ausgewählt. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Der erste Preis in der Kategorie „unveröffentlichte Texte“ geht an Florian Eichel aus Berlin für seinen Essay „Moral als Ware – Die Kapitalisierung der korrekten Haltung“. Der Philosophie-Masterstudent der Humboldt-Universität überzeugte die Jury mit seiner mutigen These, seiner zupackenden Sprache und seiner klugen, ausgewogenen Argumentation. Der Essay widmet sich den neuen Statussymbolen des postmodernen Bürgertums und fragt, wie sich die Inszenierung „moralischer Superiorität“ auf die Debattenkultur in der Gesellschaft und die Demokratie auswirken.

„Florian Eichel hat uns mit einem originellen Blick auf den Zusammenhang von Wirtschaft und Demokratie überzeugt,“ sagt Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung und Mitglied der Jury. „Wir haben viele ausgezeichnete und preiswürdige Texte erhalten, die Juroren hatten es nicht leicht“, sagt Dieter Schnaas, Textchef und Autor der WirtschaftsWoche und ebenfalls Jurymitglied: „Die Relevanz der Themen war groß, die Tiefe der Argumentation beeindruckend, die sprachliche Gestaltung oft avanciert – ein klasse Wettbewerb.“

Den zweiten Preis erhält Rachel Balmer. Die ehemalige Masterstudentin der Hertie-School of Governance lebt und arbeitet in London als Politikberaterin. Sie analysiert in ihrem Essay „Queuetopia“, wie der Kapitalismus das Schlangestehen – einst Symbol sozialistischer Mangelwirtschaft – für sich entdeckt und nutzbar gemacht hat (zuweilen erfolglos) – und wie das Schlangestehen in der Pandemie abermals einen Bedeutungswandel erlebte.

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    Der dritte Preis geht an Carsten Lotz, der in Paris lebt und arbeitet. Der Unternehmensberater fragt in seinem Essay „Das Ende des Shareholder Value“, wie es sich auf die Wirtschaft auswirkt, wenn deren Führungseliten sich (immer häufiger) zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen und der „Purpose“ anstelle der Gewinnmaximierung zum Unternehmensziel avanciert: Wird jetzt alles besser? Lesen Sie selbst.

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    Den Preis für den besten bereits veröffentlichten Text gewinnt die Journalistin Elisabeth von Thadden von der ZEIT. In ihrem Beitrag „Das teure Nest“ beschreibt sie pointiert die Illusion der Leistungsgesellschaft, die sich vor allem darin zeigt, dass nur noch Erben in der Lage seien, sich (Wohn-)Eigentum zu leisten.

    Die Texte werden veröffentlicht auf www.ghst.de/essaypreis und www.wiwo.de/essaypreis.

    Die Preisverleihung findet am 4. November 2021 im Frankfurter Literaturhaus statt.

    Mehr zum Thema: Im Essay des drittplatzierten Carsten Lotz geht es um Folgendes: Unternehmen weltweit verabschieden sich vom Prinzip der Gewinnmaximierung. Sie versprechen, die Interessen des Kapitals künftig mit denen der Mitarbeiter, Kunden und Zulieferer in Einklang zu bringen – und mit viel „Purpose“ der Gesellschaft insgesamt zu dienen. Wird jetzt alles gut?

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