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Inflation in Deutschland Warum verliert mein Geld an Wert?

Inflation in Deutschland Quelle: dpa

Welche Ursachen haben steigende Preise? Wie kann das eigene Vermögen geschützt werden? Wann wird Inflation gefährlich? Eine Übersicht der Inflationsraten seit 2000 bis heute.

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Immer wieder steigen und fallen Preise für Produkte und Dienstleistungen. Überwiegend beklagen sich ältere Generationen, „dass früher alles billiger war“. Hat 1950 ein 250-Gramm Päckchen Butter noch 1,38 DM, umgerechnet 71 Cent, gekostet, liegt der Preis heutzutage bei durchschnittlich 1,18 Euro. Die Preissteigerung von Jahr zu Jahr nennt sich Inflation und ändert sich in jedem Land laufend. Wieso ein jährlicher Preisanstieg wichtig ist und wie Inflation für den Vermögensaufbau genutzt werden kann – die wichtigsten Fakten im Überblick. 

Inflation in Deutschland - einfach erklärt

Sobald Preise für eine bestimmte Anzahl an Waren und Dienstleistungen steigen und nicht wieder abfallen, sprechen Ökonomen von Inflation. Der Verbraucher bekommt also für das gleiche Geld weniger Waren. Es wird, mit anderen Worten, von Geldentwertung gesprochen. Vielen Deutschen graut es davor, dass die Preise stetig steigen, wohingegen Volkswirte eine Inflationsrate um zwei Prozent befürworten. Denn steigende Preise bedeuten ein Wachstum für die Wirtschaft. Eine gewisse Inflationsrate ist deshalb notwendig, da die Wirtschaft sich bei sinkenden Preisen in der Deflation befindet und schrumpft.

In Zeiten von Unsicherheit kaufen die Verbraucher weniger und halten sich mit ihrem Konsum zurück. Das fördert auf lange Sicht Insolvenzen und die Arbeitslosenquote steigt. Letztendlich ist diese Form schädlich für das Wirtschaftssystem und kann von Politik und Europäischer Zentralbank durch verschiedene Mittel gesteuert werden. In der Coronapandemie setzte die Bundesregierung, um das Kaufverhalten zu steigern, zum 1. Juli 2020 auf die Senkung der Mehrwertsteuer. Zu beobachten ist, dass in Krisenzeiten die Inflationsrate stark abnimmt. Das war ebenfalls im Jahr 2009 zur Finanzkrise festzustellen.

Die Entstehung der Inflation hat unterschiedliche Gründe. Zunächst können Unternehmen bei geringem Angebot aber hoher Nachfrage die Preise erhöhen. Zum anderen kann der Preis in der Produktion steigen. Das passiert beispielsweise, wenn durch die Politik der gesetzliche Mindestlohn erhöht wird oder Rohstoffe teurer werden. Öl- und Benzinpreise sind vorwiegend Ursache für eine Steigerung der Inflation.

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    So kommt die Inflation


    Wie wird Inflation berechnet?

    Gemessen wird die Inflation an einem Warenkorb mit verschiedenen Gütern. Die durchschnittlichen Ausgaben aller privaten Haushalte in Deutschland werden zusammengenommen. Daraus folgt eine Gewichtung für die einzelnen Waren.

    Im Warenkorb sind:

    • Alltagsprodukte: Nahrungsmittel, Benzin, Strom, Zeitungen
    • Langfristige Gebrauchsgüter: Kleidung, Fernseher, Auto
    • Dienstleistungen: Versicherungen, Miete, Fitnessstudio

    Verglichen werden die jeweiligen Preise des vergangenen Jahres, das sogenannte Basisjahr, mit den Preisen im laufenden Jahr. Die Inflationsrate jedes einzelnen Menschen weicht von der durchschnittlichen ab. Da zum Beispiel unterschiedlich viele Lebensmittel verbraucht werden und nicht jeder ein Auto fährt. Die eigene Rate kann mit dem persönlichen Inflationsrechner bestimmt werden.

    Wer gehört zu den Verlierern einer Inflation?

    Vor allem betroffen sind Geringverdiener, Rentner, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose. Gruppen von Menschen, die ihr Einkommen hauptsächlich für Grundbedürfnisse wie Nahrungsmittel und Miete ausgeben. Da die Zinsen heutzutage unter der Inflationsrate liegen, sind Sparer ebenfalls im Nachteil und verlieren einen Teil ihres Vermögens.

    Wie können Verbraucher von der Inflation in Deutschland profitieren?

    Es gibt Wege. Vor allem Schuldner profitieren davon, dass die Preise steigen und die Schulden an Wert verlieren. Durch steigendes Einkommen zum Beispiel, kann der Schuldner seinen Kredit schneller zurückzahlen. Das gilt übrigens auch für den Staat und Unternehmen.

    Zurzeit sind die Zinsen sehr niedrig, sodass sich eine Anlage auf einem Sparkonto nicht lohnt. Dafür ist die Geldanlage am Börsenmarkt profitabler. Die Investition in Aktien oder Fonds macht Aktionäre zum Anteilseigner eines Unternehmens. Die Erträge liegen meist höher als die der Sparer. Hierbei ist es wichtig, eine möglichst breite Vielfalt an Aktien zu wählen, um kein Risiko mit nur einem Unternehmen einzugehen. Empfehlenswert sind Unternehmen in Branchen mit geringen Kursschwankungen.

    Eine weitere Möglichkeit ist die Anlange in Gold und heutzutage immer noch rentabel. Der Wert einer Feinunze hat sich seit dem Jahr 2000 vervielfacht. Experten sind sich allerdings sicher, dass der Goldpreis in Zukunft weniger stark steigen wird. Zudem ist es wichtig, zu erwähnen, dass es auf Gold keine Zinsen gibt. Der Goldpreis ist sehr stark von der Nachfrage abhängig. Das führt vor allem in Krisenzeiten dazu, dass die Nachfrage sinkt und somit auch der Goldwert. Verglichen zur Inflationsrate ist die Preissteigerung für Gold in den letzten Jahren allerdings explodiert.

    Vergleich der Inflationsrate in Deutschland mit dem Goldpreis seit 2000

    JahrInflationsrate (in %)Durchschnittlicher Goldpreis (in EUR pro Unze)Goldpreis Anstieg (in %)
    2021 (Prognose)1,41764,214,67
    2020 (Prognose)0,51538,4523,54
    20191,41245,2820,85
    20181,81074,313,19
    20171,51115,01-0,95
    20160,51131,9112,7
    20150,51044,86-1,54
    20141952,7613,83
    20131,41064,64-31,16
    201221297,974,82
    20112,11131,613,45
    20101,1935,3133,96
    20090,3697,0428,4
    20082,6593,2115,1
    20072,3506,789,86
    20061,6480,5214,14
    20051,5358,3225,4
    20041,7329,062,12
    20031,1321,064,12
    20021,3328,063,21
    20012302,8413,05
    20001,4302,43-5,28

    Quelle Statista.de, Gold.de

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