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Innenministerium Seehofer reagiert mit Unverständnis auf de Maizières Kritik

De Maizière hatte Bedenken darüber geäußert, dass Seehofer ohne juristisches Studium Innenminister werden kann. Das stößt auf Unverständnis beim CSU-Chef.

Der CSU-Vorsitzende, bayerische Ministerpräsident und designierte Bundesinnenminister hat die Kritik am Umbau des Innenministeriums zurückgewiesen. Quelle: dpa

MünchenDer designierte Bundesinnenminister Horst Seehofer hat Bedenken des scheidenden Amtsinhabers Thomas de Maizière an der geplanten Vergrößerung des Ressorts zurückgewiesen. „Können Sie sich vorstellen, dass ein Vorstandsvorsitzender oder ein Vorstand eines Konzerns sagt: Igittigitt, mir ist aber der Konzern zu groß“, sagte Seehofer am Montag in München.

Er will die Ressortzuständigkeit auf Wohnungsbau und Heimat ausweiten, wenn die Große Koalition von Union und SPD zustande kommt. „Ich führe seit zehn Jahren das erfolgreichste Land in Deutschland und Europa“, sagte der scheidende bayerische Ministerpräsident. Bayern beansprucht für sich, einen führenden Platz in der öffentlichen Sicherheit einzunehmen und die Region mit den besten Wirtschaftsdaten auf dem Kontinent zu sein.

Mit Unverständnis reagierte Seehofer auch auf die Bedenken de Maizières, weil Seehofer ohne juristisches Studium an die Spitze des Innenministeriums strebe. „Politik ist doch nicht Paragrafenschusterei. Politik ist das Setzen von Prioritäten für die Menschen und das Managen der Politik“, sagte Seehofer, der nach einer Verwaltungsausbildung im öffentlichen Dienst einen Abschluss als Verwaltungs-Betriebswirt machte. Er vertraue auf seine juristischen Mitarbeiter. „Die müssen mir sagen, was sie mir empfehlen. Und ich muss sagen, was geschieht.“

Der CDU-Politiker de Maizière, der der geplanten Regierung nicht mehr angehören wird, hatte sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Montag über die Pläne des CSU-Chefs geäußert. Ihm waren in den vergangenen Jahren aus der CSU-Spitze ein unglückliches Management der Flüchtlingskrise und mangelndes politisches Gespür vorgehalten worden.

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