WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Innenpolitik CDU-Vize Koch fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger

Seite 2/3

Koch fordert "Schluss mit der romantischen Träumerei" bei Erneuerbaren Energien

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch verlangt für das Energiekonzept der Bundesregierung eine grundlegende Neuausrichtung der Erneuerbaren Energien. „Auch die Erneuerbaren können nur im industriellen, großtechnischen Maßstab effizient und zu vertretbaren Kosten eingesetzt werden“, sagte Koch in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Es muss Schluss sein mit der romantischen Träumerei, als würde künftig jeder seine Energie selbst produzieren.“

Bei der künftigen Energiepolitik ginge es nicht nur um die Versorgung der Privathaushalte. Deutschland müsse als Industriestandort erhalten bleiben. „2050 werden wir ohne fossile Brennstoffe eine moderne Industriegesellschaft versorgen. Aber das wird in erster Linie dank moderner Technik eher in einem Windpark in der Nordsee geschehen als mit kleinen Windrädern an jedem Bauernhof. Oder aus einem riesigen Solarpark in der Wüste, nicht mit Kollektoren auf jedem Dach.“ Deshalb müsse die Bevorzugung der privaten Erzeugung beendet werden. „Es kann auf die Dauer keinen generellen Vorrang für die Einspeisung von privatem Solarstrom vom Dach geben, auch wenn den Strom gerade niemand braucht. Denn wir haben heute schon verzweifelte Energiekonzerne, die Geld dafür zahlen, dass ihnen jemand überschüssigen Strom abnimmt. Das verteuert den Strom.“ Regenerative Energie sei eine Industrie der Zukunft, die Hunderttausende Arbeitsplätze schaffen könne und großes Wachstum, „aber keine romantische Veranstaltung“. Auch die Einspeisevergütung sei nur „ein Übergangsinstrument. Ohne sie hätten wir nicht die moderne Solartechnologie entwickeln können, die wir künftig in der Wüste einsetzen. Aber auf Dauer kann es das nicht geben.“

Für die geplante Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken müssten die Energieversorger zahlen. „Die Verlängerung wird es zugunsten der Gesellschaft geben, nicht zugunsten der Aktionäre von Stromkonzernen“, sagte Koch der WirtschaftsWoche. „Was die Unternehmen sparen, muss in die Energietechnik der Zukunft fließen.“ Ob die Energiekonzerne den gesamten Vorteil abgeben müssten, wollte Koch nicht sagen. „Aber ein bloßer Anerkennungsbeitrag wird es nicht sein.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%