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Interview mit Hans-Olaf Henkel „Der Euro hat verheerende Nebenwirkungen“

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"Sarrazin würde gut zur AfD passen"

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Aber ist es nicht so, dass der Euro als gemeinsame Währung ein zentraler Baustein der europäischen Einigung ist und als solcher also auch unvergänglich?

Das mag so gewesen sein. Ich habe bei der Euro-Einführung auch so argumentiert, ich gebe es ja offen zu. Aber die Zeiten haben sich allein schon deshalb geändert, weil die Politik fast sämtliche Versprechen, die sie den Deutschen bei der Aufgabe der D-Mark gegeben hatte, gebrochen hat. Und ich gehöre zu denjenigen, die irgendwann nüchtern Bilanz ziehen und dann daraus Konsequenzen ableiten.

Wie fällt ihre Euro-Bilanz aus?

Der Euro hat die Menschen in Europa nicht geeint, sondern sie auseinandergetrieben. Und die Euro-Rettungspolitik wird das noch beschleunigen. Das deutsch-französische Verhältnis war noch nie so schlecht in den letzten 50 Jahren wie heute. Das hat vor allem etwas mit den Folgen der Euro-Rettungspolitik zu tun. Vor der Euro-Krise waren wir das beliebteste Land in Griechenland. Heute müssen Merkel und Schäuble, wenn sie dort hinfahren, von tausenden Polizisten beschützt werden. Und nun riskieren wir auch noch den Austritt der Briten aus der EU. Sie sehen also: Der Euro hat verheerende politische Nebenwirkungen. Und auf diese werde ich im Wahlkampf aufmerksam machen.

Der Chef des Berliner Landesverbandes der AfD, Günter Brinker, meinte vor einigen Wochen mit Blick auf die Europawahl: "Hans-Olaf Henkel wäre das ideale Aushängeschild für uns, kompetent und prominent.“ Mit solchen Komplimenten ist ja auch eine Erwartungshaltung verbunden. Nehmen Sie das ernst?

Solche Art Komplimente habe ich, seit ich meine Haltung zum Euro geändert habe, nicht mehr bekommen. Insofern weiß ich gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich bin nur noch Kritik und persönliche Anfeindungen gewöhnt seit ich mich auf die Anti-Euro-Spur gesetzt habe. Seit meine Mitgliedschaft in der AfD öffentlich geworden ist, ist das Sperrfeuer deutscher Medien gegen mich noch dichter geworden.

Ich werde jedenfalls alles tun, die AfD zu unterstützen, um den Schaden zu verringern, den der Euro in Europa anrichtet. Wenn die AfD erst einmal im Europaparlament ist, sollte sie sich mit den Kräften verbünden, die sich für ein subsidiäres, wettbewerbsorientiertes Europa einsetzen. Für ein Europa der Vaterländer, wie es Charles de Gaulle einmal definierte, und nicht für einen europäischen Zentralstaat à la Schäuble, von der Leyen und Lindner. Letzteres halte ich für katastrophal.

Braucht die AfD nicht noch mehr „Aushängeschilder“ beziehungsweise prominente Mitstreiter wie Sie?

Das wäre sehr schön.

Würden Frank Schäffler und Thilo Sarrazin nicht gut zur AfD passen?

In Arbeit
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Ich denke schon. Beide haben versucht, ihre Positionen in ihren Parteien zu verankern. Dafür sind beide seelisch schwer misshandelt worden. Insofern würde ich es ihnen nicht verdenken, wenn sie sich ein neues politisches Betätigungsfeld suchen. Aber das müssen sie selbst entscheiden.

Hinweis der Redaktion: Dieses Interview erschien zuerst bei Handelsblatt Online. Auch wir hatten mit Hans Olaf Henkel bereits für Montag ein Interviewtermin vereinbart. Dieser kam dann allerdings nicht mehr zustande.

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