IS-Terrorzelle "Bild" berichtet von Terrorzelle in Wolfsburg

Erst vor wenigen Tagen warnte das Bundeskriminalamt vor möglichen Terror-Nachahmern in Deutschland. Jetzt berichtet die "Bild"-Zeitung von einer IS-Terrorzelle in Wolfsburg. Die habe Anschläge in Deutschland vorbereitet.

Behörden haben deutsche Islamisten im Visier Quelle: dpa

Nach den islamistischen Anschlägen in Frankreich befürchtet das Bundeskriminalamt (BKA) mögliche Terror-Nachahmer in Deutschland. Zwar können Sicherheitsexperten die Attentäter von Paris bisher keiner der einschlägigen Extremistengruppen Islamischer Staat (IS), Al Kaida oder Nusra-Front zuordnen. Es stehe aber fest, dass die Verdächtigen über vielfältige Bezüge zum Kampfgebiet in Syrien und dem Irak verfügten, heißt es.

Die Verbindung in den Nahen Osten wirft jedoch ein Schlaglicht auf die rund 3400 Islamisten, die in den vergangenen Jahren von Europa aus in den Dschihad aufgebrochen sind und lässt Schlimmes mit Blick auf deren Rückkehr befürchten.

Behörden haben deutsche Islamisten im Visier

Der Löwenanteil der europäischen Dschihadisten in Syrien und dem Irak kommt nach Aussage von Sicherheitsexperten mit 1200 aus Frankreich, an zweiter Stelle folgen Kämpfer aus Großbritannien. Das drittgrößte Kontingent stellen die 550 Islamisten aus Deutschland.

Etwa 180 Islamisten sind bisher aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückgekehrt, 30 von ihnen haben nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes Kampferfahrung. Sie alle dürfen sich der Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden gewiss sein. Mittlerweile wollen die deutschen Behörden gewaltbereiten Islamisten den Personalausweises entziehen und so die Ausreise in Kampfgebiete wie Syrien oder Irak verhindern.

Die Führer des IS

Laut einem Bericht der "Bild" haben sich in Deutschland jedoch schon Terrorzellen breit gemacht. Wie die Zeitung schreibt, ermittele die Bundesanwaltschaft gegen einen IS-Kämpfer aus Wolfsburg, der im Verdacht stehe, Anschläge in Deutschland vorzubereiten. Er gehöre einem rund 50 Mann starken Terror-Netzwerk in Wolfsburg an.

Im Zentrum der Gruppe stehe der Deutsch-Tunesier Ayoub B. (26), gegen den die Bundesanwaltschaft wegen der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittele, wie die "Bild" berichtet.

Fünf der Personen aus diesem Netzwerk seien Kämpfer im Irak und in Syrien, zwei seien inzwischen zurückgekehrt. Einer der Rückkehrer wurde bereits im November verhaftet.

Auch in den USA scheint die Bedrohung durch IS-Sympathisanten zuzunehmen: Nach Erkenntnissen von US-Staatsanwälten hatte ein 20-Jähriger einen Anschlag auf das Kapitol in Washington sowie Morde an mehreren Regierungsbeamten in dem Parlamentsgebäude geplant.

Der junge Mann aus dem US-Staat Ohio wurde am Mittwoch während eines FBI-Einsatzes festgenommen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Demnach wollte er am und um den US-Kongress Rohrbomben explodieren lassen und Menschen erschießen.

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Über Twitter hatte er seine Sympathie für die Terrormiliz Islamischer Staat bekundet und Terrorakte im Namen des Islams angekündigt. Dies führte die US-Bundespolizei auf seine Spur. Einem Informanten des FBI, den der Mann offenbar als Komplize gewinnen wollte, schilderte er seine Pläne für den Angriff auf das Kapitol. Kontakt hatten die beiden im August 2014 über Twitter aufgenommen, ein Treffen erfolgte dann im Oktober in Cincinatti.

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