WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Islamischer Staat Deutschlands Problem mit den IS-Heimkehrern

Der IS verführt junge Deutsche und will sie nach Syrien locken. Aber wie sollte Deutschland mit Heimkehrern umgehen? Ein dänisches Modell zeigt, wie es gehen könnte.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Front gegen den IS
USADie mächtigste Militärmacht der Welt organisiert die internationalen Luftangriffe. Ab August wurden zunächst IS-Stellungen im Irak bombardiert. Dabei kann sich Washington auf einen Hilferuf Bagdads berufen. Seit September kamen völkerrechtlich umstrittene Angriffe in Syrien hinzu. Sie galten neben dem IS auch der Al-Kaida-nahen Chorasan-Gruppe. Dabei werden auch Ölförderanlagen und Raffinerien gezielt zerstört. Nach US-Angaben sollten damit die Finanzquellen des IS ausgetrocknet werden. Seit dem 26. September bombardieren die USA auch IS-Stellungen bei der umkämpften Kurdenstadt Kobane in Nordsyrien (im Bild). Die USA bilden zudem syrische Rebellen für den Kampf gegen den IS und die Regierung in Damaskus aus und liefern Waffen. Quelle: AP
Arabische StaatenSaudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Jordanien unterstützen die USA bei Luftangriffen in Syrien. Die Golfmonarchien sind vom IS bedroht, dessen „Kalifat“ einen Anspruch auf Herrschaft über alle Muslime erhebt. Zugleich drängen sie die USA auch zum Sturz der syrischen Regierung, die ihrerseits gegen die Islamisten einen Kampf um Leben und Tod führt. Im Bild: Der Außenminister von Saudi Arabien, Saud al-Faisal. Quelle: dpa
TürkeiDie türkische Regierung leistet weiterhin nur humanitäre Hilfe und hat nach eigenen Angaben rund 200.000 Flüchtlinge aus der umkämpften Region Kobane aufgenommen. Im Bild ist ein türkische Helfer zu sehen, der Nahrung an die Flüchtlinge verteilt, Die Regierung in Ankara hat ein Mandat des Parlaments, militärisch in Syrien und dem Irak gegen Terrororganisationen vorzugehen. Sie fordert für ein Eingreifen aber eine umfassende internationale Strategie, die den Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad einschließt. Die Forderung nach einem Korridor für kurdische Volksschutzeinheiten durch die Türkei hat sie abgelehnt. Der Nato-Staat hat auch dem Anti-IS-Bündnis nicht die Nutzung türkischer Stützpunkte erlaubt. Quelle: REUTERS
FrankreichAls erstes EU-Land hat Frankreich im August Waffen geliefert und auch Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak geflogen. Dazu kommt Waffen- und Ausbildungshilfe für die irakischen Kurden. Quelle: REUTERS
GroßbritannienWashingtons engster Verbündeter fliegt ebenfalls Luftangriffe im Irak. Das Mandat des Parlaments schließt den Einsatz von Bodentruppen aus und beschränkt sich auf Einsätze im Irak. London liefert zudem Waffen an die irakischen IS-Gegner und leistet humanitäre Hilfe. Im Bild: Ein Jet der britischen Royal Air Force kehrt von einem Einsatz im Irak zurück. Quelle: AP
DänemarkAls einziges skandinavisches Land beteiligt sich Dänemark mit F16-Kampfflugzeugen am Kampf gegen den IS. Außerdem will Kopenhagen Militärausbilder entsenden. Im Bild: Premierministerin Helle Thorning-Schmidt. Quelle: AP
BelgienFür Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak stellt Belgien sechs Jagdbomber vom Typ F-16 (im Bild) zur Verfügung. Zusammen mit den Kampfjets wurden rund 120 belgische Soldaten nach Jordanien verlegt. Quelle: REUTERS

Eine verwackelte Videoaufnahme, gefilmt in einem fahrenden Geländewagen: Auf dem Beifahrersitz sitzt Abu Talha Almani, in Deutschland besser bekannt als Denis Cuspert oder Deso Dogg. Während ein Kind auf der Rückbank fröhlich ruft, grüßt Cuspert seine Familie.

„Liebe Geschwister, lasst euch erzählen, was wir genießen. Wir essen Fleisch, wir essen Basmati-Reis, wir trinken Quellwasser, reines Wasser“, sagt der Mann am Steuer. Und weiter: „Wir leben mit Geschwistern zusammen, die dieselben Absichten haben wie du.“

Trüge der Mann auf der Rückbank keine Kalaschnikow, man könnte meinen, es ginge in ein Feriencamp. „Jedes Mal, wenn wir in die Schlacht ziehen, hoffen wir darauf, jemanden zu erwischen, den wir enthaupten können. Abu Talha und ich wünschen uns schon sehr lange, jemandem mit einem stumpfen Messer abschlachten zu können.“ Cuspert lacht.

Fakten zum Terror im Irak

Der Berliner Rapper Denis Cuspert schloss sich dem IS an. Mittlerweile nennt er sich Abu Talha Almani. Er ist eines der Aushängeschilder der Terrormiliz in Deutschland, eine Art Werbeträger. Mit Videobotschaften, in denen von Brüderlichkeit, Gemeinschaft, einem verheißungsvollen Leben und dem Krieg für Allah die Rede ist, lockt Cuspert junge Menschen nach Syrien.

Wer sich dem IS anschließt

Rund 450 Salafisten haben seit Mitte 2012 Deutschland in Richtung Syrien verlassen, um sich dem IS anzuschließen. Manche von ihnen reisten weiter in den Nordirak, die Dunkelziffer liegt noch höher - ein von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitierter Verfassungsschützer spricht von 1800 Deutschen.

Und viele von ihnen könnten den Terror von dort nach Deutschland tragen. Der Verfassungsschutz geht von 150 Dschihadisten aus, die zwischenzeitlich zurück nach Deutschland gereist sind.

Die Gründe für ihre Heimkehr sind unterschiedlich: Manche wollen Geld sammeln für den IS und neue Mitglieder anwerben. Andere sind desillusioniert, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden, sind verstört von ihren Kriegserlebnissen. Wieder andere wollen nur zurück zu ihren Familien, wollen die Gräuel vergessen, die sie in Syrien oder im Nordirak sahen.

Die Frage ist: Wie kann Deutschland verhindern, dass noch mehr junge Menschen nach Syrien gehen? Und wie soll die Gesellschaft mit denen umgehen, die zurückkehren? Bis jetzt hat die Bundesregierung darauf keine adäquaten Antworten.

Um Antworten zu finden, muss man auf die blicken, die sich dem IS anschließen. „Es sind keineswegs nur muslimische Jugendliche“, sagt Salafismusexperte Rauf Ceylan vom Institut für Islamische Theologie in Osnabrück. Er verweist dabei auf die zahlreichen Konvertiten in Syrien und im Nordirak. „Im Grunde ist es eine Jugendbewegung.“ So seien vor allem Männer zwischen 15 und 25 betroffen – gleich welcher Nationalität. Sie würden seit Jahren rekrutiert.

Nicht alle, die in Syrien waren, sind gefährlich

„Die Biographien dieser Jungen sind sehr unterschiedlich – und es betrifft keineswegs nur fromme Muslime“, so Ceylan. Die meisten stammten aus säkularen Familien. Die einzige Gemeinsamkeit: „Sie erlebten Brüche in ihren Biographien.“

Die Eltern ließen sich scheiden, die Schulkarriere scheiterte, die deutsche Gesellschaft gab ihnen nicht die Anerkennung, die sie sich wünschten. „All das macht sie anfällig für die Verheißungen des IS.“

Über das Internet verführt der IS die Jugendlichen – etwa mit Videos wie die von Cuspert. „Die Propagandavideos romantisieren die Situation in Syrien und im Nordirak und versprechen Brüderlichkeit“, sagt Ceylan. „Sie bieten den Jugendlichen die Überbewertung des eigenen Ichs – du bist von Gott auserwählt.“

Die einflussreichsten Rebellengruppen in Syrien

Die Realität sähe aber anders aus: „Dort ist Krieg, dort wird getötet. Freunde sterben, menschliche Körper werden zerrissen.“ Zudem würden nur wenige in den inneren Kern des IS vordringen – wie es etwa Cuspert gelungen ist.

„Die meisten Europäer, die sich dem IS anschließen, schieben Wache und müssen Drecksarbeit leisten“, sagt Ceylan. „Nicht jeder, der nach Syrien geht, kämpft und wird stärker radikalisiert.“ Von der Kriegsatmosphäre bekämen sie trotzdem etwas mit. Nicht wenige würden davon verstört.

„Bei den Rückkehrern muss man unterscheiden“, sagt Ceylan. Auf der einen Seite gebe es die, die gut ausgebildet sind, die Kampferfahrung gesammelt und getötet haben. Auf der anderen die, die enttäuscht sind, die nie gekämpft haben, sondern niedere Arbeiten leisteten. Sie wollen aussteigen, sind nicht selten von ihren Erlebnissen traumatisiert.

Der derzeitige Kurs schafft neue Extremisten

Wie geht die Gesellschaft mit diesen traumatisierten Heimkehrern um? Und wie unterscheidet man sie von den gefährlichen?

Kämpfe um eine syrische Grenzstadt - Warum Kobane so wichtig ist

Bisher gehen die meisten Politiker automatisch davon aus, dass alle, die nach Syrien zogen, potenziell gefährlich sind. Aus CDU- und CSU-Kreisen werden Forderungen nach schärferen Maßnahmen gegen salafistische Terroristen laut; der bayrische Innenminister verlangt die Abschiebung gewaltbereiter Salafisten – als wären heimatlose Radikale eine Lösung und nicht ein neues Problem. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) plädiert für „Entschlossenheit und Augenmaß“ im Vorgehen gegen den IS. „Reiner Aktionismus stoppt keine Terroristen.“

Nichtstun allerdings ebenfalls nicht. Das führe vielmehr dazu, dass knapp 7000 Extremisten den Diskurs über insgesamt vier Millionen Muslime in Deutschland bestimmten, sagt Ceylan. Auf Basis dieses verzerrten Diskurses bekämen andere extremistische Gruppierungen in ganz Europa Aufwind – zuletzt zeigte das der Hooligan-Aufmarsch gegen Salafisten in Köln. Doch nicht nur in Deutschland sind die Extremisten ein Problem.

Ein Blick nach Dänemark

Dänemark ist eines der wohlhabendsten Länder der EU und das Land mit den meisten IS-Kämpfern  – zumindest relativ gesehen. Nur aus Belgien zogen noch mehr nach Syrien und in den Nordirak – dort sind es 22 pro eine Million Einwohner; aus Dänemark sind es 18. Insgesamt kämpften gut 100 Dänen für den IS. Rund die Hälfte von ihnen ist mittlerweile nach Dänemark zurückgekehrt.

Im Gegensatz zu Deutschland haben die Dänen eine Strategie für den Umgang mit den Heimkehrern. Die Universität Aarhus begann vor drei Jahren mit der Arbeit an einem Aussteiger- und Präventionsprogramm für junge Gefährdete. Vor dem Hintergrund, dass fast ein Drittel der 100 Dschihadisten in einer Moschee in der Nähe von Aarhus radikalisiert wurde, ist das wenig verwunderlich.

Diese Waffen liefert Deutschland in den Nordirak

„Nicht alle, die in Syrien oder im Nordirak waren, haben gemordet“, sagt Preben Bertelsen, einer der Psychologen, die das sogenannte Aarhus-Modell, das Aussteigerprogramm, entwickelt haben. Diejenigen, die aus Syrien heimkehren, werden von Polizei und dem dänischen Geheimdienst durchleuchtet. Sind Morde oder andere Straftaten nachweisbar, werden sie verhaftet.   

Prävention ist notwendig

Den ungefährlichen Heimkehrern will Bertelsen eine zweite Chance geben: „Wir deradikalisieren junge Menschen, sodass sie wieder ein Teil der Gesellschaft werden können.“ Vorher müssen sie Psychologen davon überzeugen, dass sie sich integrieren wollen. Schaffen sie das, werden sie betreut und besuchen Therapiesitzungen im Rahmen des Aussteigerprogramms.

Dass sich unter ihnen keine Schläfer befinden, sei zwar nicht hundertprozentig sicher, räumt Bertelsen ein, aber: „Die, die heimkehren, um andere zu rekrutieren oder Anschläge zu verüben, wird unser Programm nicht erreichen.“ Sie würden versuchen unterzutauchen und wären ein Fall für die Staatsgewalt.

Neben dem Versuch, die Dschihadisten zu reintegrieren, gibt es ein Präventionsprogramm. „Wir versuchen die gefährdeten 13- bis 20-Jährigen anzusprechen und aufzuklären, bevor sie durch Propagandavideos radikalisiert werden und nach Syrien reisen“, sagt Bertelsen. Das Aarhus-Modell zeigt erste Erfolge: Sind im vergangenen Jahr noch um die 30 junge Dänen von Aarhus nach Syrien gereist, war es in diesem Jahr keiner mehr.

„Wir tragen für ihre Radikalisierung Verantwortung“

„Das Aussteigerprogramm hat zudem einen zweiten Effekt“, erklärt Bertelsen. „Wenn junge Leute sehen, dass sie noch eine Chance haben, obwohl sie in Syrien waren, kehren manche heim, bevor sie verloren sind.“ Durch das Programm würde ihnen gezeigt, dass sie in der dänischen Gesellschaft willkommen seien – es sei ein Statement: „Wir sind nicht gegen Moslems.“

Die Vorteile hat auch die dänische Regierung erkannt. Im September verabschiedete sie ein Programm, das in großen Teilen dem Aarhus-Programm entspricht. In den nächsten Monaten soll es nach und nach in ganz Dänemark etabliert werden.

Schießereien erschüttern Ottawa
Nach dem Anschlag auf das Parlament in Ottawa hat Ministerpräsident Stephen Harper ein härteres Vorgehen Kanadas gegen Terror-Organisationen auch im Ausland angekündigt. Kanada werde sich nicht einschüchtern lassen, sagte Harper in einer Fernsehansprache. Quelle: AP
Ein Mann hat am Mittwoch einen Soldaten der Ehrenwache an Kanadas nationalem Kriegsdenkmal in Ottawa niedergeschossen. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos - der Mann verstarb. Quelle: AP
Bewaffnete Sicherheitskräfte sind am Mittwochabend vor dem Parlamentsgebäude zu sehen. Es wurde umgehend abgeriegelt. Der Schütze lieferte sich einen heftigen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften, wobei er erschossen wurde. Zunächst blieb unklar, ob es sich um einen Einzeltäter handelte oder ob er Komplizen hatte. Erste Erkenntnisse deuteten auf Verbindungen des Mannes zum Islamismus hin. Quelle: REUTERS
Mit den Ermittlungen vertraute Insider in Kanada sagten, im Zentrum der Untersuchungen stehe ein Mann aus der Provinz Quebec. Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass er kürzlich wegen Raubes in Vancouver sowie wegen mehrfacher Drogendelikte in Montreal vor Gericht stand. Quelle: REUTERS
Laut Augenzeugen lief der Schütze zunächst an dem Raum vorbei, in dem sich Regierungschef Harper aufhielt. Vor der Parlamentsbibliothek wurde er schließlich erschossen. Harper hat mit Leuten aus seiner Fraktion gesprochen, als es plötzlich einen lauten Knall gab, gefolgt von einen Ra-ta-ta-ta an Schüssen", sagte das Kabinettsmitglied Tony Clement. "Es ist genau vor unserer Tür passiert." Quelle: dpa
Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab und forderte alle Passanten auf, sich vom Parlamentshügel fernzuhalten. Das Gebiet in einem Park unmittelbar am Fluss Ottawa ist sonst frei zugänglich. Der neuerliche Anschlag ist ein Schock für die Kanadier, die als friedlich und weltoffen gelten. Quelle: AP
Kanada werden zusammen mit seinen Verbündeten in der Welt noch entschiedener gegen jene terroristischen Organisationen kämpfen, die Menschen radikalisierten, damit sie die Gewalt auch an Kanadas Küsten trügen, sagte Harper in seiner Ansprache. Aus US-Regierungskreisen verlautete zuvor, tatverdächtig sei ein zum Islam konvertierter Mann. Der kanadische Geheimdienst CSIS warnt seit Jahren davor, dass sich junge Menschen radikalisieren. Nach seinen Erkenntnissen haben sich mehr als 50 Kanadier dem IS oder anderen extremistischen Gruppen im Nahen Osten angeschlossen. Quelle: dpa

Bertelsen betrachtet ein solches Vorgehen in Anbetracht der 3000 jungen Europäer, die in Syrien kämpfen, als notwendig für ganz Europa. „Wenn der IS zerschlagen ist, was wollen wir dann mit den Europäern in Syrien machen? Wenn sie nirgends in der Welt willkommen sind, werden sie sich anderen Gruppen anschließen und sich weiter radikalisieren.“

Sie alle einzusperren, sei keine Lösung. Warum, sieht man derzeit in Frankreich. Dort rekrutieren inhaftierte IS-Anhänger Gefängnisinsassen für ihre Sache. „Wenn wir den Europäern in Syrien nicht helfen, haben wir ein riesiges Problem“, sagt Bertelsen.

Keine Strategie für den Umgang mit den Salafisten in Deutschland

„Die Bundesregierung hat verschlafen, ein Frühwarnsystem aufzubauen“, sagt Ceylan. „Jetzt versuchen wir verspätetet etwas aufzubauen.“ Und das, obwohl sich die aktuelle Entwicklung schon seit den Terroranschlägen vom 11. September abgezeichnet habe. Schon damals hätten sich erste salafistische Gruppen zu Wort gemeldet. „In Deutschland hat sich die Politik in puncto Prävention gegen Salafismus und Extremismus nicht gekümmert“, sagt Ceylan.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Zumindest macht sich mittlerweile ein Verantwortungsgefühl in den Reihen der Politik breit. „Die deutschen Kämpfer sind nun mal Teil des Konflikts, den wir zu lösen haben“, sagt Innenminister Thomas de Maizière (CDU). „Ein Großteil wurde hier geboren. Sie sind in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine. Wir tragen für ihre Radikalisierung Verantwortung.“

Für die Heimkehrer sieht Ceylan wie Innenminister de Maizière die Deutschen in der Verantwortung. Gäbe die Gesellschaft orientierungslosen Jugendlichen keinen Halt, vollzögen sich „Terror-Karrieren“ in der Regel sehr schnell, sagt Ceylan unter Verweis auf Erik B., der 2008 binnen drei Monaten vom Musterschüler zum Terroristen wurde und schließlich in Afghanistan fiel.

Solche Schicksale könnten in Zukunft seltener werden. Doch dafür müsste sich die Bundesregierung ein Vorbild an Dänemark nehmen und flächendeckende Extremismuspräventions- und Deradikalisierungsprogramme aufbauen.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%