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IT-Gipfel Eine Charta für die Kanzlerin

Exklusiv
Seite 2/2

Die Charta der digitalen Vernetzung im Wortlaut

Die finale Fassung der „Charta der digitalen Vernetzung“, wie sie die Topmanager verabschieden und Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichen wollen:

Die Vielfalt unserer modernen Gesellschaft, die Globalisierung, der demografische Wandel und die immer neuen Möglichkeiten innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien prägen das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland maßgeblich. Die Zukunft unseres Landes hängt zunehmend davon ab, wie wir digitale Technologien einsetzen und in Wirtschaft und Gesellschaft integrieren. Deutschland muss heute die Grundlagen für Wachstum und Fortschritt in der zukünftigen digitalen Gesellschaft schaffen.

Im Inneren des Cyber Defence Centers

Es geht dabei nicht allein um die Nutzung von Internet, Computer oder Smartphone, sondern um eine stark wachsende Anzahl vernetzter Geräte, die mit anderen Geräten, Maschinen oder Personen digital vernetzt kommunizieren - etwa im Haushalt, in einer Windkraftanlage, in einem Fahrzeug oder in einer Straßenlaterne. Die digitale Vernetzung aller Lebens- und Arbeitsbereiche, die fortschreitende Automatisierung und die Digitalisierung in den Basissektoren Energie, Gesundheit, Verkehr, Bildung und Verwaltung darf nicht zufällig geschehen, sondern muss bewusst und in einem gemeinsam getragenen gesellschaftlichen Grundverständnis erfolgen.

Deutschland kann nur dann wirtschaftlich erfolgreich bleiben, wenn wir die Potenziale der digitalen Vernetzung gezielt erschließen.

Der Einsatz und die Förderung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen Chancen für neue, kreative Lösungen, für Wachstum, Wettbewerb und Innovation. Diese müssen wir rechtzeitig und konsequent nutzen, um Arbeitsplätze zu halten und zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland zu stärken. Die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz erfordert einen breiten Zukunftsdialog über alle gesellschaftlichen Ebenen hinweg.

Die nachfolgenden Grundsätze sind Ausdruck unseres gemeinsamen Verständnisses für den Weg in die digitale Gesellschaft:

1.    Wir verstehen die digitale Vernetzung – ihre Nutzung und Entwicklung – als entscheidenden Standortfaktor für Deutschland.

2.    Wir sind überzeugt, dass sich die digitale Vernetzung im nächsten Jahrzehnt zu einer Grundlage des gesellschaftlichen Wohlstandes entwickeln und die Lebensbedingungen der Menschen deutlich verbessern wird.

3.    Wir suchen den offenen Dialog über alle Branchen und gesellschaftliche Gruppen hinweg, um gemeinsam den technologischen Fortschritt im Sinne der Gesellschaft voran­zubringen. Dabei wägen wir gesellschaftliche Chancen und Risiken gegeneinander ab.

4.    Wir sind uns der Verpflichtung bewusst, mit personenbezogenen Daten und Informationen datenschutzgerecht und sicher umzugehen. Dies gewährleisten wir durch effektive technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz vor unberechtigtem Zugriff und missbräuchlicher Verwendung. Wir sehen ein einheitliches europäisches Datenschutzrecht als wichtige Rahmenbedingung. Eine weitere internationale Harmonisierung rechtlicher Grundlagen muss zügig angegangen werden.

5.    Wir wollen die aus der digitalen Vernetzung generierte große Menge und Vielfalt von Daten im Sinne von Chancen und Nutzen für unsere Gesellschaft und für das Individuum stärker nutzbar machen. Wir verstehen es als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft hierfür einen geeigneten Rahmen zu setzen.

6.    Wir sehen den allgemein verfügbaren Zugang zu modernen Breitbandnetzen als Grundvoraussetzung für eine diskriminierungsfreie Teilhabe an den Vorteilen der digitalen Vernetzung. Bildung und Medienkompetenz sowie gezielte gemeinsame Forschungsanstrengungen staatlicher und nicht staatlicher Institutionen sind weitere Schlüssel zu einer zukünftig digital vernetzten Gesellschaft.

7.    Wir unterstützen die zügige Entwicklung und Anwendung von offenen, internationalen Standards und Normen für interoperable und globale Lösungen.

8.    Wir begreifen in erster Linie die Menschen und die Unternehmen als treibende Kräfte der digitalen Veränderung. Damit die Gesellschaft von diesen Kräften profitiert, sind stabile rechtliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen erforderlich.

Deutschland



9.    Wir wollen dem Fachkräftemangel vorbeugen und neue Kompetenzen fördern, indem wir dazu beitragen, die Vermittlung erforderlicher neuer fach- und branchenübergreifender Qualifikationen zur Planung, zur Realisierung und zum Betrieb digital vernetzter Anwendungen und Systeme in die Aus-und Weiterbildung zu integrieren.

10.  Die digitale Vernetzung soll der Freiheit und dem Wohlstand der Gesellschaft dienen. Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, Deutschland zukunftsgerecht zu gestalten.  

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